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Normale Version: Diskussionen rund um den Polarwirbel 18/19
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Hallo Schneeflocke,
Natürlich können die Modelle noch umschwenken.
Aber ich bin wenig optimistisch das dies auch passiert.
Solange der Atlantik weiter durch den Nordosten der USA angefeuert wird haben wir die A.... karte...

Score12

Stimmt nicht, gerade das Befeuern des Atlantiks bewahrt uns vor allzu viel Hochdruckgammel aus Ost und ermöglicht uns die Option auf Schnee, Eis, Wind, Regen...
Ok haste recht Score12,
Allerdings beziehe ich das dann auf die mittleren bis höheren lagen.... Aber wahrscheinlich nicht bei mir auf knapp 120-130 m. Irre ich?
Score, wir brauchen dich!
Können wir für heute ein Update erwarten?

Lg

Score12

Hi Flocke, vllt heute nachmittag... Hab gerade viel zu tun und kaum Zeit Sad

Es sieht aber nicht so schlimm aus wie es ein paar gerne hätten...

Grüße

Frosty Sam

Also ich denk mal - das am kommenden Wochenende beginnende
naßkalte Wechselspiel (für die Niederungen) geht zumindest 8-10
Tage so weiter.

[attachment=21613]

Hauptursache einfach noch immer: zu viel Kälte in Nordostamerika.
Erst danach wieder ein Hoffungsschimmer - denn wieder mal zeigt
man uns in der Langfrist, daß endlich die Kälte dort etwas abzieht
und sich bei uns ein "haltbarer" Trog mal ausbilden könnte. Gleicheitig
nähert sich die extrem Kälte aus Nordost recht nah:

[attachment=21614]

Naja - schau'n wir mal, wie lange dieser Strohalm ungeknickt
bleibt, denn im großen und ganzen zeichnet sich dieser Flachland-
winter durch Eines aus: "er leidet an chronischer Aufschieberitis"

lg
Wie jedes Jahr halt....

Frosty Sam

"Da ist er" - oder sollte ich besser sagen, "da wär er"?

Ich nehm doch zweiteres - denn die Karte ist aus der Langfrist, dem 1.März nämlich.

Sie zeigt einen vollständigen Split in der Troposphäre - jedoch noch immer ohne
Rotationsumkehr!

Ich hab das mit 3 gelben Linien gekennzeichnet:

Ausgangspunkt ist ein Bipolarer PW (einer über Nordostamerika, der andere über Sibirien) -
also jene Form, welche eigentlich schon öfter vorkommt als ein völlig intakter PW mit nur
einem Kern)

Nr.1 - so würde die Kälte des rechten Wirbelkerns im Normalfall rotieren. Auf
Pazifikseite würde immer wieder ein großteil der Kälte zum linke Kern wechseln
(bei Bipolarer Konstellation) - wenn der PW vollständig mit nur einem zentralen
Kern vorhanden wär, würde sich sogar die ganze Kälte um die Polmitte gegen
den Uhrzeigersinn drehen.

Nr.2 - Das ist die Situation, wie sie die Karte zeigt. Wir haben einen vollständigen
Split - jedoch (noch?) ohne Rotationsumkehr, sodaß die nödliche Kälte sich
gegen den Uhrzeigersinn in Richtung Mitteleurop dreht. (Nr. 2 in der Grafik)
Das ist auch der Grund wieso ich diesen Beitrag überhaupt schreib - ich will damit
zeigen, daß es gar keine Rotationsumkehr braucht - bei günstiger Achsenlage -
damit die Kälte direkt zu uns transportiert wird.

Nr.3 - Diese zeigt einen PW-Split mit Rotationsumekehr. Die Kälte würde sich um den
Kern des rechten Wirbels im Uhrzeigersinn drehen, sodaß sie über Sibirien - europ.
Rußland zu uns gelangen würde.

Von diesen 3 Konstellationen wär sogar Nr. 2 besser als Nr. 3 - da nicht so trocken
und somit bessere Chancen auf Schnee. Bei Nr. 2 könnte die polare Kaltluft jede
Menge Luftfeuchtigkeit danken, über der Barentsee und und der Ostsee z.B.
- während bei Rotationsumkehr die Luft eine elendslangen Weg über Festland
(Sibirien, europ. Russland bis zu uns) haben würe. Und viel Land heißt eben auch
wenig Luftfeuchtigkeit.
Die Kalte Luft bei Variante 3 bräuchte also dann die Luftfeuchte vom Mittelmeer
her, damit bei uns trotzdem reichlich Schnee fallen könnte. (Aufgleitniederschläge)

Nr. 1 ist natürlich die schlechteste - da dies dann im Normalfall auch einen aktiven
Atlantik bedeutet.

[attachment=21639]

Ich wollt damit eigentlich nur zeigen - was die 2 Grundvarianten sind, wie sich ein
PW-Split für uns darstellen - bzw entwickeln könnte. Natürlich gibt's darunter dann
auch noch jede Menge verschiedener Mischformen dieser 3 Grundvarianten.

lg

Frosty Sam

Hi Leute,

Machen wir zur Abwechslung wieder mal einen Blick auf den Polarwirbel -
der uns ja für die Mittel- und manchmal auch für die erweiterte Mittelfrist
immer ein guter Gradmesser ist!

Eigenglich sollte es nicht "immer" - sonder "fast immer" heißen - denn die
große Unsicherheit heuer im Winter war ja: "kommt er" oder "kommt
er nicht" - der heiß ersehnte PW-Split in der Troposphäre (also in unserer
Wetterschicht).

Nun - gekommen ist er leider nicht - und mit großer Wahrscheinlichkeit
wird er auch nicht mehr kommen (außer zum Ende des PW - nach dem
Final-warming).

Was aber zeigt uns der PW bis ca. 10 Februar?
Dazu anschaulich mal die Animation aus dem ECMWF - dem europ.
Modell also:

[Bild: anim_kee3.gif]

Im großen und ganzen zeigt uns die Animation, daß zunächst noch für
gut eine Woche lang der Atlantik recht aktiv bleiben wird. Dies äußert sich
durch ein Wechselspiel - "milde Vorderseite" - "kühlere bis kalte Rückseite",
ein Szenario also, daß wir eh schon zur Genüge kennen.

Besonderheit dabei ist aber - daß die meisten Tief's recht weit südlich
daherkommen, sodaß diese schlußendlich im Mittelmeer landen. Die Alpen-
südseite wird dabei z.B. dieses Wochenende schon - mit zum Teil enormen
Schneemengen versorgt, während an der Alpennordseite eher wenig NS
zu erwarten ist. Dafür aber in höheren und mittleren Lagen immer wieder
Föhngefahr - unten wo sich die kalte Luft halten kann - aber z.T. sogar
weiter Dauerfrost. Man kann sagen, daß die nächste 8 Tage also
extrem häufig geprägt sind, duch Inversionswetterlagen. Am Alpenost-
rand allerdings gibt's dies Inverson kaum, da können die Temps am
kommenden Wochenende sogar erstmals wieder auf zweistellige Plus-
grade ansteigen.

Niederschläge wie gesagt eher moderat, je weiter südwestlich - desto mehr.
- an den Rückseiten weit runter als Schnee - an den Vorderseiten, weit rauf
als Regen!

Das sind die zu erwartenden, recht geringen NS-Mengen für unser Ver-
breitungsgebiet - für die nächsten 10 Tage:

[attachment=21868]

Zum Ende des Vorhersagezeitraums des europ. Modells (240 Std. oder
10 Tage) zeigt sich dann ein massiver Kaltlufteinbruch aus Nordost. Von
diesem hab ich ja schon vor 2 Tagen geschrieben, mit der Ankündigung -
daß wir eventuell im Februar noch Temps erleben werden - wir sie bis
jetzt in diesem Winter nicht gehabt haben.

Was ist aber der Grund dieses Kaltlufteinbruchs, den wir in obiger Animation
hinten raus schon sehr gut erkennen können - um den 8. Februar rum?

Dazu schauen wir uns die 500hpa Karte an....

[attachment=21867]

... und siehe da - es ist ein 1050-er Hochdruckgebiet über dem Baltikum,
welches uns durch seine Rotation im Uhrzeigersinn jede Menge Kaltluft aus
Russland ranschaufelt.

Inweit die Modelle in der Lage sind - solch ein Entstehen von einem kräftigen
Hoch schon 10 Tage im Vorhinein relativ sicher vorauszusagen - würd ich
doch mal als relativ unsicher ansehen. Dies erkennt man auch daraus, daß
z.B. GFS (also das amerik. Modell) dieses Hoch noch nicht zeigt. Den Amis
nach würde die Kälte erst später im Februar zu uns kommen.

Soweit mal der "Plan" nach dem europ. Modell - ich werd dieses die nächsten
Tage weiter im Auge behalten - und falls sich Änderung zu dieser jetzigen Marsch-
richtung ergeben (eventuell doch noch ein Vb aus einem dieser Mittelmeertiefs
raus - so wie wir's vor 3 Tagen noch in einigen Karten gesehen haben), werd ich
dies auch hier kundtun.

lg
Dann würde das ganze eh wieder auf Kahlfrost hinauslaufen. Wäre sonst was wirklich neues
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