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Normale Version: Wetterleuchte's Polarwirbelexpertisen 16/17 - Analysen, Aussichten, Expertisen
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Da freuen wir uns doch , wenn du uns weiter auf dem laufenden hälst.Nimms nicht zu schwer und bleib deiner Linie treu.

Frosty Sam

Als Meteorologe schätz ich JK zwar, sonst aber hat er scheinbar doch einen kleinen in der Kachel Mann!

lg
Jörg Kachelmann hatte ich früher gerne im Fernsehen gesehen. Aber die Laune die er in WZ heraushängt, da kann ich verstehen, dass er von seiner Freundin verlassen wurde. Ich habe schon den Verdacht an was er erkrankt ist. Es gibt 2 Arten von Wissenschaftlern. Die eine Art sind die die Neues entdecken und damit anfangs den Kopf hinhalten müssen fürs anfänglich ausgelacht werden um später anerkannt zu werden ( genau diese bewundere ich sehr). Die anderen sind die, die nur Wissenschaft gelernt haben die da war und alles darüber hinaus nicht anerkennen. Sie schlagen die anderen mit dem Schlagstock der Wissenschaft und werden moralisch verfallen. Genau zu denen gehört das Beispiel Kachelmann! Wetterleuchte gehört zu denen die ich bewundere.
So, Leute, jetzt wieder zum Thread-Thema zurück.

In meiner letzten Einschätzung vom 19. Januar 2017 hatte ich einige Bewegungen und Entwicklungen benannt, bin auf die rasche stratosphärische Erwärmung (SSW) eingegangen und habe in Summe der Ereignisse eingeschätzt, dass die jetzt kommende Milderung bei uns durch eine NW-Lage ersetzt werden würde, was bei uns wieder winterliches Wetter herbeiführen würde. Da diese finalen Entwicklungen noch in der Zukunft liegen, müssen wir noch auf die Simulationen der Wettermodelle ausweichen. Hierbei gilt, je näher wir an den Simulationstagen liegen, desto größer ist die Modellsicherheit. Wie bekannt sein wird, liegt die (ziemlich sichere) Kurzfrist gewöhnlich bei 1-3 Tagen in der Zukunft, die (weniger sichere) Mittelfrist beginnt bei 4 Tagen und endet bei 7 Tagen, die (unsichere) erweiterte Mittelfrist beginnt bei 8 Tagen und endet bei 12 Tagen. Nach Tag 12 beginnt schon die (sehr unsichere) Langfristvorhersage, die aufgrund der nur sehr geringen Prognosesicherheit als experimentelle Vorhersage betrachtet werden kann. Dies zur Einordnung, um die hier gezeigten Berechnungen (Simulationen) qualitativ einordnen zu können.

Update zur Entwicklung des Polarwirbels in der Stratosphäre:

Eine wesentliche Entwicklung im Polarwirbel ist die von mir erwartete Entwicklung des Polarwirbelkerns mit der Ausrichtung einer langgestreckten Ellipse von Sibirien bis Skandinavien bis zum Monatsende (siehe Einschätzung vom 19.01.2017). Beide Modelle haben inzwischen diese Entwicklung auch so simuliert und zeigen sie für den 31.01.2017 (also Ende Kurzfrist) beispielhaft von GFS so:

[attachment=5271]

An dieser Entwicklung dürfte sich nichts mehr wesentlich verändern. Dafür spricht auch, dass sich die Wärmeblase in 100 hpa entsprechend bis vor Westgrönland/Neufundland positionieren wird, wie ich es vermutet hatte. Dies können wir in folgender Animation sehen: 6 Tage-Entwicklung von GFS beginnend heute 28.01 bis zum 03.02.2017:

[attachment=5272]

Die Wärmeblase in 100 hpa ist schon zum geringeren Teil ein Ergebnis des SSW in den darüber liegenden Etagen, jedoch trifft die aus dem SSW entstehende stärkste Erwärmung erst etwas später die 100 hpa-Ebene. Denn der SSW durchläuft erst noch die oberen Schichten und wird vermutlich am 01. Februar in 10 hpa zu einer Windumkehr auf Ost führen. Nach ECMWF allerdings noch ganz knapp unterhalb der Windumkehr, wie es heute simuliert wurde:

[attachment=5273]

Nur einen Tag später würde auch in 30 hpa nicht mehr viel zu einer Windumkehr auf Ost fehlen:

[attachment=5274]

Meiner Einschätzung zum Termin für eine Windumkehr in 30 hpa kommt das ja - zumindest theoretisch - sehr nahe (02-08. Februar, gemittelt 05.02.2017). Nach ECMWF also würde es nach letzter Berechnung für einen Major SSW noch nicht ganz reichen. Das zeigen auch diese Übersichten für die Forecasts Zonalwindrichtung und -Stärke:

[attachment=5276]

Allerdings werden die ECMWF-Berechnungen immer erst am Folgetag veröffentlicht, was die Aktualität etwas leiden lässt.

Anders bei GFS, dort sind ab etwa 10 Uhr vormittags die neuen Berechnungen abrufbar und damit tagaktuell.
Aus den neuesten Berechnungen von GFS findet sich für den 02.02.2017 diese Berechnung für den Polarwirbel:

[attachment=5277]

Hier sieht man, dass auf den Polarwirbel ein starker Druck ausgeübt wird aus Richtung Aleuten/NO-Asien, der den Wirbel in eine neue Ausrichtung zwingt. Das ist bereits die Auswirkung aus dem SSW. Das geschieht relativ plötzlich, also sehr rasch und ist das, was ich intuitiv als "Wirbelsprung" bezeichnet hatte. Tongue

Leider habe ich von GFS keine Zonalwind-Berechnungen verfügbar. Aber die simulierte Entwicklung des Polarwirbels in 100 hpa verrät mir, dass GFS bereits mit einem erfolgreichen Major SSW im Modell rechnet. Denn der insgesamt zuvor kräftige Polarwirbel wird in kurzer Zeit in zwei eigenständige Wirbel geteilt - und das gelingt so nur mit einem Major SSW. Den Polarwirbelsplit aus dieser Entwicklung zeigt GFS für den 07.02.2017 so:

[attachment=5278]

Das bedeutet, dass in 30 hpa die Windumkehr am 04. oder 05. Februar erfolgt sein müsste und damit der Major SSW vollumfänglich erfüllt wäre.

Das wird dann eine Überraschung für alle, die noch immer meinen, ein SSW hätte keinen Einfluss auf unser Wettergeschehen in der Troposhäre. Tongue

Natürlich sind das immer noch Simulationen. Und wir werden geduldig abwarten, wie nun für die Troposphäre die Großwetterlagen berechnet werden. Es ist und bleibt spannend!

Schönes Wochenende allen!
@ Wetterleuchte : "DaumenHoch"


Mitleid bekommt man geschenkt. Neid muss man sich verdienen!

Score12

Nun, ich habe mich bereits mehrmals mit dem Kachelmann in der WZ-W in Wortgefechte begeben, auch habe ich Bezug auf deine Thesen genommen und verlinkt. Das er dich derart beleidigt hat, ist mir schwer gegen den Strich gegangen und das habe ich ihm auch gesagt! Auch das Bashing von Kai Zorn und WO ist unterstes Niveau.

Fakt ist, das dieser Mensch schlichtweg denkt, das er der größte im Bereich Wetter ist. Darüber hinnaus verfügt er in der WZ eine gewisse Narrenfreiheit (öffentliche Beleidigungen andersdenkender, Verstöße gegen Forenregeln etc.), die eigentlich den Rückschluss zulassen, das er in irgendeiner Form im Adminteam oder im Führungsbereich involviert ist. Anders ist es kaum zu erklären, das unangenehme Postings, die auch nur einen Hauch einer Kritik enthalten, radikal gelöscht werden. Das nur mal so zum nachdenken.
Recht hast Score. Hab in älteren Threads öfter rüberkopiert was sich JK sich alles so erlaubt. Fakt ist ich habe seine Erkrankung schon weiter oben benannt.
Sind das Major warming und der Polarwirbelsplitt vom Tisch? Kommt da überhaupt noch was? Gruß

Frosty Sam

(02.02.2017, 11:23)spremni schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Sind das Major warming und der Polarwirbelsplitt vom Tisch? Kommt da überhaupt noch was? Gruß

Das warming war zwar recht intensiv, am major warming sind wir aber knapp vorbeigeschrammt!
Als Resultat bekommen wir zwar keinen klassischen PW-Split aber doch einen ziemlich zerfledderten
PW in der Troposphäre, - Tripolartig mit den Kältezentren europ. Rußland, östliches Sibirien und NO-
Amerika:

[attachment=5530]

Für uns wird das bis weit in den Februar bedeuten, daß die Kaltluft im Nordosten zwar recht nah ist,
ob wir aber davon nochmals richtig geflutet werden, ist fraglich. Auch Luftmassengrenze genau über
Deutschland (kalter Nordosten, milder Südwesten) wär dabei durchaus möglich.

Entscheidend dafür wird sein, wie sich der NAO und der AO entwickeln werden. Derzeit steht die
Tendenz beim NAO auf leicht positiv:

[attachment=5531]

... der AO allerdings zeigt doch rech signifikant nach unten:

[attachment=5532]

was man so interpretieren kann:

Die Kälte über Rüßland wird zwar wahrscheinlich sehr weit nach Süden ausgreifen (eventuell könnte
es nochmals ein sehr kaltes Osteuropa/Griechenland/Türkei geben - der Atlantik wird jedoch (speziell
in Westeuropa) stark dagegenhalten.


lg
(03.02.2017, 10:17)Frosty Sam schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.
(02.02.2017, 11:23)spremni schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Sind das Major warming und der Polarwirbelsplitt vom Tisch? Kommt da überhaupt noch was? Gruß

Das warming war zwar recht intensiv, am major warming sind wir aber knapp vorbeigeschrammt!

Hi in die Runde!

Leider habe ich mir bei meinem nächtlichen Ausflug eine Lungenentzündung eingehandelt. Ich liege noch flach, aber es geht mir langsam wieder besser. Sobald ich etwas mehr Power habe, werde ich natürlich noch meine Einschätzungen vom 16. und 19. Januar verifizieren.

Heute nur kurz zum SSW, da hier wohl Unsicherheiten bestehen, ob wir nun einen Major SSW hatten oder nicht. Die Frage ist ja, welche Definitionen gibt es denn überhaupt dazu. Und da scheint es ein Defizit zu geben an Informationen.

Nehmen wir die Definition der WMO, dann gibt es keine Zweifel dazu. Danach war es einer. Allerdings ist diese Definition schon von 1978, also fast 40 Jahre alt. Und in den letzten 4 Jahrzehnten gibt es viele neue Erkenntnisse und auch eine ganze Reihe von neuen Definitions-Versuchen für einen Major SSW. Die Wissenschaft versucht anhand von Kriterien einen Schlüssel zu finden, mit dem eine möglichst einfache Festlegung und Einteilung in Minor und Major SSWs ermöglicht werden soll. Es gibt mindestens 11 verschiedene Vorschläge dazu von verschiedenen Wissenschaftlern. Jede dieser Vorschläge hat eine eigene Vorstellung, was mit einem Major SSW ausgesagt werden soll und insgesamt geht es auch immer darum, eine statistische Aussage damit zu verbinden und Auswertungen damit durchführen zu können. Für eine statistische Auswertung sind die Fallzahlen relevant - bedeutet je kleiner die Fallzahl (Anzahl der definierten SSWs in einem Zeitraum), umso weniger Aussage kann gemacht werden zu einem Trend oder zu Zusammenhängen in der ausgewählten Zeitperiode. Andererseits sind zu niedrige Definitionskriterien ebenso problematisch, da dann Aussagen zur Wirkung eines SSWs verwaschen werden können. Eine einheitliche Festlegung gibt es aber bis Dato nicht - oder ich habe diese Entscheidung verpasst. Unter den 11 Vorschlägen haben sich aber 3-4 heraus kristallisiert, die in den letzten Jahren für zahlreiche Studien herangezogen wurden, da offenbar die Wirkungen aus den SSWs sich statistisch besser zuordnen lassen, wenn bestimmte Kriterien für die Einstufung in Major SSws festgelegt wurden. Diese unterschiedlichen Definitionsvorschläge findet Ihr hier zusammengestellt:

[attachment=5542]
Quelle steht drin.
Anhand der Fallzahlen in den beiden Spalten rechts könnt Ihr erkennen, wie oft seit Aufzeichnungsbeginn (entsprechend der Kriterien der jeweiligen Definitionen) Major SSWs (nach Klima-Modellvarianten unterteilt) gewertet wurden. Je kleiner die Zahl, umso höher die Kriterien, also um so schwerer ist ein SSW als Major zu erzielen.

Gehen wir nun nach den Kriterien dieser strengen Definitions-Vorschläge, dann können wir feststellen, dass der derzeitige SSW die Kriterien eines Major SSW für 3 der 4 Vorschläge vollständig erfüllt hat. Lediglich bei der Windumkehr in 10 hpa für Vorschlag 1 mit der Vorgabe der Windumkehr auf Ost für nur 60N könnte es noch Zweifel geben, da die Datenlage dazu nicht eindeutig ist. Ich vermute aber stark, dass eine Windumkehr auch bei 60N festgestellt wurde. Da reicht schon eine minimale Umkehr. Das aufzulösen können wir aber getrost den Statistikern überlassen. Mitunter gibt es eine entsprechende Einstufung auch erst in einigen Wochen, wenn nachträglich die Wirkung des SSW auf das troposphärische Wetter hinzu gezogen wurde und auch deshalb eine Einstufung empfohlen wird.

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird daher dieser SSW als Major SSW mit Datum 01.02.2017 gewertet werden.

In der entscheidenden Höhe von 10 hpa sah der Polarwirbel an diesem Tag so aus: Analyse von ECMWF

[attachment=5543]

Im Forum und auch an anderer Stelle wurde ja bezweifelt, dass dieser SSW auf unser Wettergeschehen in der Troposphäre überhaupt irgend einen Einfluss haben würde. Im Gegenteil wurde sogar ausgesagt:

(28.01.2017, 19:44)oligei schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.SSW ohne Auswirkungen
...
 
MfG, Oliver

Nun widerspricht dies jedoch den modernen und anerkannten Kenntnissen um die Wirkungen eines Major SSW auf die troposphärischen Bedingungen. Sicher bekannt sind unmittelbare Wirkungen (z.B. Verschiebung des Polarwirbels, Teilung des Polarwirbels in Dipole oder Tripole oder ein Polarwirbelsplit) und Folgewirkungen, die mit zeitlich Verzögerung von 2-3 Wochen bis zu 2 Monaten auftreten. Sobald ich etwas besser zuwege bin, werde ich dazu noch schreiben.

Für heute muss ich abbrechen. Gruß in die Runde!
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