Es ist an der Zeit, den Blick auf die atlantischen Hurricane-Saison zu richten. Ich hatte vor Monaten bereits das Thema gestreift und schrieb dazu:
(14.05.2025, 11:51)Heinrich schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login....Ein wesentlicher Grund ist die seit Wochen anhaltende starke Abkühlung der Wassertemperaturen im östlichen Pazifik. Diese Abkühlung begann im April und hält bis heute an. Es ist keine La Nina, aber dennoch eine auffällige Anomalie. Was bedeutet das denn, ist doch weit weg? Nun, durch die kalten Wasserströmungen werden die warmen Wasserflächen nach Norden gedrückt über den Äquator hinaus. Das gilt indirekt auch für den Atlantik, da sich die Passatwinde durch die großflächige Anomalie verändern. So wird im Ergebnis mehr warmes Wasser über den Äquator nach Norden getrieben, beziehungsweise nicht in den Golf von Mexiko verfrachtet. Und das wiederum hat Einfluss auf das Azorenhoch, das dadurch allmählich geschwächt wird und durch Tiefdruckgebiete an den Rändern leichter verdrängt werden kann. Heißt also mehr Tiefdruckbewegungen auf dem Atlantik zwischen USA und Europa und - man beachte das bitte, mehr Chancen für starke Hurricans in den nächsten Monaten. Auch die Hurricans haben Einfluss auf unser Wetter in Europa, wenn die Zugbahnen passen...
Dann gibt es einen weiteren Grund, der einem zunächst nicht ersichtlich erscheint. Es ist der schwächelnde Nordatlantikstrom, der die Verlängerung des schwächelnden Golfstroms ist. Dieser inzwischen schon einige Jahre anhaltende Schwächeanfall verschiebt wesentlich die Warm- und Kaltwasserflächen in der riesigen Badewanne Atlantik. Und dies führte dazu, dass entgegen der weltweiten Klimaerwärmung das Grönlandeis auch in diesem Jahr ziemlich robust daherkommt und bereits den langjährigen Durchschnittswert der Massebildung für diese Saison überschritten hat!
Das zeigt jedenfalls, dass hier bereits Auswirkungen des geschwächten Golfstroms zu erkennen sind. Das Eis kann sich natürlich nur bilden, wenn die Bedingungen gepasst haben, also kalt genug und feucht genug und die richtige Anströmung der Luftmassen. Wie auch immer, Grönland ist mit seinen Eismassen ein wichtiger Player im Wettergeschehen - auch für uns. So sind die lange andauernden Winde aus Norden kühle Lüfte aus der Arktis. Bei uns kommen sie angewärmt an, aber eben kühl und eher trocken aus dem Norden.
Nehmen wir die beiden Gründe mal zusammen und schauen, was das in Kombination bedeutet, dann kommen wir rasch zu er Erkenntnis, dass die sehr warmen Luftmassen über dem sich aufwärmenden Atlantik nahe des Äquators, die sich nordwärts bewegen, und die kühlen Luftmassen über dem Eis im Norden, die sich südwärts bewegen, nach und nach dazu führen, dass zwischen den beiden Kontrahenten Turbulenzen zunehmen werden. Und genau das befeuert die atlantische Wetteraktivität, verhindert Blockinglagen (wie wir sie jetzt lange hatten) und führt zu viel Dynamik...
An diesen Beitrag anknüpfend können wir heute feststellen, dass wir im Pazifik inzwischen offiziell eine La Nina haben! Damit hat sich folglich die Abkühlung dort fortgesetzt und sogar verstärkt. Die Folgen habe ich bereits oben beschrieben und so ist es eigentlich kein Hexenwerk, dass sich über den Äquator auch im Atlantik viel warmes Wasser nach Norden geschoben hat. Genau dorthin, wo die Entstehung der atlantischen Hurricans beginnt und genau dort, wo diese Tiefdruckentwicklungen entlangziehen. So ist es nur noch eine Frage der Zeit, dass sich knapp vor der Westküste Afrikas eine Tiefruck-Depression entwickeln wird, die dann westwärts über das nach Norden gedrückte Warmwasser des Atlantiks ziehen wird und sich auf dem Weg nach Westen mit viel Energie vollsaugen wird. Im Ergebnis wird dies der erste Hurricane der Saison werden und er wird seine Zugbahn nicht in den Golf von Mexico führen (Grund siehe oben im Zitat! + aktuell: Golf ist tatsächlich unterkühlt) sondern viel wahrscheinlicher vor die Ostküste der USA auf New York zu, wo es dann zu katastrophalen Auswirkungen kommen könnte...
Da ist noch viel Konjunktiv enthalten, aber - Achtung - die Konstellation der Großwetterlagen auf dem Atlantik spricht gerade jetzt ganz aktuell genau für ein sehr hohes Risiko für so eine Extrementwicklung. Nach meiner Einschätzung wird schon morgen oder in den nächsten 2 Tagen eine solche Tiefruckentwicklung vor der westküste Afrikas seinen Start nehmen und dann das Szanario in Gang setzen. Das Hurricane-Center hat das noch nicht auf dem Schirm, aber in meinem Köpfchen spielt sich das bereits gedanklich ab. Sollte ich mich nicht irren, was ja immer möglich ist, so steht der erste Hurricane der Saison gerade in der Vorentwicklung (Winde noch über dem Festland Afrikas), wird um den 10. August zur Tiefdruckstörung über dem Atlantik, nach wenigen Tagen zum Tropensturm und noch vor der Karibik zum Hurricane. Dann dreht dieser nach rechts ab auf die Ostküste der USA zu und kommt direkt über das gerade dort sehr warme Wasser des Golfstroms und wird dort zu Hurricane Kat 3 bis 5 werden. Wenn das so kommt, wird dieser zwischen dem 20. und 22. August bereits die Ostküste der USA und auch New York treffen können...
Sollte ich mich irren, was ja wahrscheinlicher ist als ein Eintreffen, dann hat New York einfach nur Glück gehabt. Ich kann nur wiederholen, die Chance für dieses geschilderte Szenario ist so hoch wie noch nie seitdem ich glaube verstanden zu haben, wie das allles miteinander verbunden ist und abläuft.
Damit sei das Thema Hurricans auf dem Atlantik in 2025 eröffnet.
Desweiteren möchte ich noch erwähnen, dass die Massebilanz des Grönlandeises (siehe oben im Zitat) sich noch weiter richtig positiv entwickelt hat und inzwischen deutlich über dem langjährigen Mittelwert liegt. Und noch ein Wort zum Nordatlantikstrom: der Nordatlantik ist inzwischen großflächig unterkühlt ab Labradorsee im Westen.
Ich denke, das wird die Turbulenzen noch weiter anfeuern. Unser jetzt gerade entstehendes Schönwetter mit Hochdruck und Sommerwärme bis Sommerhitze hat durch die genannten Rahmenbedingungen einen recht kurzen Haltbarkeits-Zeitraum. Schon in 10 Tagen dürfte das alles wieder gekippt sein hin zu viel, bis sehr viel Niederschlägen in Deutschland. Also genießen, so schnell kommt das nicht wieder!
So, nun habe ich Euch den Tag oder das Wochenende versaut oder mich gänzlich zum Deppen gemacht.
Wie auch immer: ich wünsche allen ein schönes Wochenende !
Geschrieben von: wedder_man - 08.08.2025, 08:02 - Forum: Klima
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Zitat:Trump und seine Regierung »wollen die Boten zusammen mit ihrer schlechten Botschaft austilgen«, sagt der Klimaforscher James Hansen, der jene Botschaft dem US-Kongress schon 1988 verkündete. Es ist Vogel-Strauß-Politik im großen Stil. »Offensichtlich geht es darum, die Fakten verschwinden zu lassen, sodass die Grundlage für eine aufgeklärte Diskussion entfällt«, sagt Douglas Maraun, Klimaforscher der Universität Graz.
Ab dem 11.August sieht es nach Hochsommer aus, Temperaturen werden dann verbreitet zunächst mal im Süden und Südwesten auf über 30 °C steigen. Also der August wird so richtig aufdrehen, in Verbindung mit einem Ex-Hurrikan kann es wahrscheinlich zu einer Hitzewelle noch kommen. Dieser liegt dann zu diesem Zeitpunkt über oder westlich von England. Was auffällig ist, dass sich ein Hochdruck Gebiet über Deutschland ausbreiten wird und wie lange bleibt dann der Hochsommer im August? Mit der Lage des Ex-Tropensturm kann sich noch eine Überraschung ergeben, (Hitze und möglichweise schwere Gewitter) wobei über Frankreich neue Hitze lauert und diese sich im Laufe des Monats noch zu uns ausbreiten könnte. Mit einem Stabilen Sommerhoch oder mehrere, könnte dieser Monat zu trocken wohl dann ausfallen. -
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Servus,
anbei mal noch ein paar Bilder aus Südtirol. Dort war ich vom 6.7. bis 12.7. auf der Zufallhütte (2.264 m) sowie für eine Nacht auf der Pizzinihütte (2.701 m). Von dort gings auf den Cevedale, mit 3.769 m der Höhepunkt der Woche. An den anderen Tagen bestiegen wir auch diverse Gipfel über 3.000 m, z.T. über Fels, z.T. über Gletscher.
Gut zu sehen auch der Wintereinbruch mit Neuschnee bis auf ca. 2.000 m am 8.7.
Die Neuschneeauflage war in den Folgetagen aber nicht schlecht für die Gletschertouren.
Temperatur Außen:
Temperatur-Monatsmittel = 18,3 °C
Temperatur-Durchschnitt = 18,95 °C
Normal-Ø-Temperatur Monat (Juli) (1981-2090) = 18,95 °C
Normal-Ø-Temperatur (Juli) 2025 = 18,28 °C
Temperaturabweichung - Monat = -0,67
tiefste Minimumtemperatur Tmin = 8,5 °C am 31.07.2025
höchste Maximumtemperatur Tmax = 35,8 °C am 02.07.2025
Luftfeuchte:
die mittlere Luftfeuchtigkeit = 74 %
tiefste Luftfeuchte = 23 % am 02.07.2025
höchste Luftfeuchte = 98 % am 31.07.2025
Luftdruck:
Monatliches Luftdruckmittel = 1013,8 hPa
Tiefster Luftdruck = 1002,5 hPa am 20.07.2025
Höchster Luftdruck = 1069,0 hPa am 06.07.2025
Sonnenschein:
Monatsonnenzeit = 59:01 h
Jahressonnenzeit = 766:08 h
StandardSonnenAbweichung = 46,7 %
495 W/m²
Niederschlag:
Gesamt-Niederschlagsmenge des Monats = 164,1 l/m²
höchste Niederschlagsmenge pro Tag = 54,7 l/m² am 27.07.2025
Anzahl der Tage mit Niederschlag im Monat = 18 Tage
Normal Regen Monat (Juli) = 91,5 l/m²
Abweichung Monat (Juli) = +72,6 l/m²
Regentage > 0,1 mm = 18 Tage
Regentage > 2,00 mm = 13 Tage
Regentage > 20,00 mm = 2 Tage
Wind/Windböen:
Höchste Windgeschwindigkeit = 15,1 km/h am 19.07.2025
Höchste Windböe = 0,0 km/h am 16.07.2025
mittlere Windrichtung (Grad) = 248 °
Jahr - Eistage (Tmax < 0°C) = 0 Tage
Jahr - Frosttage (Tmin <= 0°C) = 0 Tage
Jahr - sehr kalte Tage (Tmin <= -10°C) = 0 Tage
Jahr - Kalte Tage (Tmax < 10°C) = 0 Tage
Jahr - Sommertage (Tmax >= 25°C) = 14 Tage
Jahr - Heiße Tage (Tmax >= 30°C) = 5 Tage
Jahr - Wüstentage >=35°C 1 Tage [0 Tage](letztes Jahr 07)
Wetterstation in 41334 Nettetal-Kaldenkirchen (Angabe ohne Gewähr)
Witterungsbericht Monat Juli 2025
Temperatur:
Temperatur-Monatsmittel 20,48 °C
die höchste Maximumtemperatur 38,5 °C am 2
die mittlere Maximumtemperatur 25,7 °C
die tiefste Minimumtemperatur 11,8 °C am 10
die mittlere Minimumtemperatur 15,5 °C
Meteorologische Tage:
Eistage Monat 0
Frosttage Monat 0
Kalte Tage Monat 0
Sommertage Monat 15
heiße Tage Monat 3
Luftfeuchte:
die mittlere Luftfeuchtigkeit 72 %
tiefste Luftfeuchte während des Monats 32 % am 2
höchste Luftfeuchte während des Monats 96 % am 7
Niederschlag:
Gesamt-Niederschlagsmenge des Monats 75,0 mm
Die höchste Niederschlagsmenge pro Tag 25,0 mm am 2
Anzahl der Tage mit Niederschlag (>=0.1mm) 14 Tage
Anzahl der Tage mit Niederschlag >=5mm 4 Tage
Anzahl der Tage mit Niederschlag >=10mm 3 Tage
Luftdruck:
Monatliches Luftdruckmittel(reduziert auf NN) 1015,0 hPa
Tiefster Luftdruck während des Monat 1002,5 hPa am 20
Höchster Luftdruck während des Monats 1029,3 hPa am 4
Sonnenschein:
Gesamtdauer der Sonnenstrahlung (Stunden) 84:44 Stunden
Der Juli war leicht zu kühl und zu nass. Das erste Mal seit vielen Monaten ist ein Monat mal wieder zu kühl. Das ist vor allem in den Hauptjahreszeiten in den letzten Jahren selten geworden. Vor allem durch die kühlen Nächte min minimal 6,4°C (Standort nahe Hügelkuppe, begünstigte Talsohlen auf 1200-1500m teils nur 2-4°C) haben dazu ihren Teil beigetragen. Wenn die Sonne mal schien, war es auch hier oben auf 1250m mit oft um 20°C (anfangs auch drüber) trotzdem relativ angenehm. Schön war es vor allem für die Bevölkerung in den Tieflagen wie Bozen. Dieser Hitzekessel hatte diesmal nur wenige Tropennächte und auch oft um 15°C, so das dort, anders als in den letzten Jahren, Lüften möglich war.
Durch die beständige Tiefdrucksumpflage waren Niederschläge fast täglich präsent. An 20 Tagen hat es Niederschlag gegeben, das ist auch für die hier oft niederschlagsreichen Sommer viel. Meist waren es konvektive Niederschläge, dies ich gerne auch mal als schauerartig verstärkter Regen am Hauptkamm gestaut haben.
Die Bodenfeuchte (später ist was ähnliches auch für die Temperatur geplant) ist an das Bodenfeuchteprofil vom DWD angelehnt. Habe jetzt in 3 tiefen Temperatur und Feuchte. Das Diagramm ist teilweise noch etwas sprunghaft in den Feuchteänderungen, aber das liegt daran das ich die Stück für Stück kalibriert habe, da je nach Bodenbeschaffenheit die Feuchte variiert und die Vorkalibrierung vom Hersteller nicht unbedingt passt. Ich hatte den Fall das der AD-Wert (Rohdaten vom Sensor - vermute das ist eine Art Leitwert?) weiter stieg, aber die 100% Bodenfeuchte schon erreicht waren. Das spielt sich jetzt vermutlich auch noch etwas ein.
Ganz schön was los hier am Morgen in der Wetterküche: schon die ersten Gewitter hier durch gezogen. Weitere werden noch im Laufe des Tages hinzu kommen. Auch ist ein Regengebiet mit geringer Menge erfasst. Temperatur verhalten bei 18.0 °C
Jaja, sind natürlich nurnoch kümmerliche Reste verglichen mit früher. Man sieht ja die Moränen vom Ende der kleinen Eiszeit. Trauriges dunkles Blankeis, Schnee mit Saharastaub. Ich bin über das Trauern hinweg. NOCH sind sie so RIESIG, dass man stundenlang darüber gehen kann. Und dass sich die Anschaffung von Steigeisen lohnt. Und die gespeicherten Wasserwerte sind so riesig, dass selbst Abschmelzrekorde nur ein paar Meter im Jahr kosten. Und es ist so hell, dass man eine Brille der Kategorie D braucht. Die ist nicht für den Straßenverkehr zugelassen, weil zu starke Verdunklung. Über solche Bilder werden unsere Kinder und Enkel staunen.