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| Vorschau Wetter bis Mitte Oktober 2020 |
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Geschrieben von: Heinrich - 22.09.2020, 10:47 - Forum: Wetter
- Antworten (9)
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Grüßt Euch!
Endlich habe ich mal wieder etwas Zeit für das Wetter-Hobby. Mein letzter Thread behandelte das 5b-Tief Ende August.
Nun möchte ich keinen neuen 5b-Thread eröffnen, da ja 5b-Tiefs durchschnittlich 9 x im Jahr einigermaßen häufig vorkommen, wie Robbi anmerkte. Daher gehe ich nun einen anderen Weg und fasse mehrere Ereignisse gleich in einem Thread zusammen. Nun geht die "Vorhersage" gleich bis Mitte Oktober, folglich über 3 Wochen, was dann wohl mindestens erweiterte Mittelfrist bedeutet.
Aktuell haben wir noch die Spätsommerphase, die direkt nach dem letzten 5b (ähnlichen?) Ereignis begann und noch bis Mittwoch (morgen) anhalten wird. Dann setzt sich eine Wetteränderung durch mit einem Trog, der uns deutliche Abkühlung bringen wird und ganz Deutschland betreffen wird. Der Umschwung wird nachhaltig sein, also mehr als ein Intermezzo. In den Alpen und in Höhenlagen ab etwa 1.000 Meter darf man September-Schnee erwarten, der DWD spricht von 10 cm bis maximal 50 cm Neuschnee in den Hochlagen. So wird der gerade beginnende Herbst sich mit weißer Pracht vorstellen und mit zu kühlen Temperaturen im ganzen Land. Am Freitag wird zunächst aus dem Trog heraus in Süddeutschland und in den östlichen Landesteilen bis rauf nach Mecklenburg-Vorpommern ein kräftiges Regenband für ordentliche Regenmengen sorgen. Gerade in den neuen Bundesländern wird man sich darüber freuen.
Interessant wird die neue Konstellation aber auch deshalb, weil sich bereits zum nächsten Wochenende (nach Passage des Regenbandes) wieder eine mindestens 5b-ähnliche Wetterlage ausbilden wird, die bis Montag/Dienstag mit ergiebigen bis sehr ergiebigen Niederschlägen aufwarten wird. Der Verlauf des Jetstreams wird dafür nahezu perfekt simuliert und so wird sich wieder ein Genuatief ausbilden und nördlich der Alpen ein Leetief verursachen, das dann die lange ersehnten Regenmengen bringt, vermutlich diesmal fast in ganz Deutschland, denn das 5b-Tief möchte im Norden eine Extrarunde drehen und nochmal nach Süden driften, um den ganzen Rest an Wasser auf Deutschland zu verteilen. Mancherorts wird es wieder zu viel des Guten in kurzer Zeit werden. So dürfte der September bei den Niederschlagsmengen doch noch gut aufholen können und bei den Temperaturabweichungen ein Stück weit niedriger abschneiden können als bisher (+2,1 Grad zu 61-90 bis gestern tagaktuell).
Doch damit nicht genug. Der Oktober macht da weiter, wo der September aufgehört hat. Um den Feiertag des 3. Oktober herum bahnt sich eine weitere 5b-ähnliche Lage an, die nochmals das Wasserdefizit reduzieren sollte. Hier kann man noch nicht in die Details schauen, nur, dass auch zu dieser Zeit die Ausrichtung des Jetstreams sehr vielversprechend simuliert wird. Wir sollten uns also auf Wasserspiele einstellen, auch wenn das natürlich nicht für alle Regionen zutreffen wird. Jedenfalls bleibt es unterkühlt, wenn auch nicht kalt (nach meinem Empfinden) und feucht. Hochdruck wird bis zum 10. Oktober bestenfalls als Übergangs-Zaungast mal kurz durchschwenken (nach dem ersten 5b-Tief wäre das denkbar), dann übernimmt Tiefdruck wieder das Regime.
Aber Frust sollte bei den Sonnenliebhabern nicht aufkommen. Um den 08. bis 10. Oktober herum wird sich eine Phase mit Hochdruck anschließen, direkt nach dem 2. Vb-Tief, und uns eine Weile "Goldenen Oktober" servieren, der bis Monatsmitte anhalten kann. Vielleicht wird es sogar nachhaltiger mit dem Goldenen Oktober, denn die geänderten Winde durch La Nina treiben die warmen Wassermassen im Pazifik und auch im Atlantik weit nach Norden über den Äquator und sollten Mitte Oktober nochmals für ein (kleineres) Festival der Tropenstürme sorgen können (wie wir es schon in den letzten 4 Wochen erlebt hatten), die dann erneut nördlichere Zugbahnen einnehmen dürften und näher an Europa herankommen. Das sorgt zusammen dann für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Hochdruck bei uns in Mittel- und Westeuropa und damit für eine gute Chance auf viel Oktobersonne.
Das sollte für den Einstieg ausreichen.
Meinen Gruß!
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| Frühjahrs-, Sommer-, Herbstrockenheit |
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Geschrieben von: André B. - 20.09.2020, 13:53 - Forum: Wetter
- Antworten (1)
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Hallo,
ich will nochmal das Thema Trockenheit aufgreifen, was in letzter Zeit hier im Forum kein Thema war. Fangen wir mal mit dem September an: Bisher 0,0 mm Niederschlag, unzählige Sonnenstunden bei bis zu 30°C, staubtrockener Boden, vergilbte Wiesen, steppenartige Landschaften. Das scheint inzwischen, wenn man die letzten Jahre betrachtet, der Normalzustand zu sein. Der September ist ein Sommermonat! Und jetzt sehen wir uns die Trockenperioden seit Mitte März an:
Letzer richtiger Regen im März am 11.03. (Ende einer sechswöchigen sehr feuchten Periode), dann noch 3 mm am Monatsende in Form von Schnee. Im April 17 komplett trockene Tage am Stück, dann am 18.04. ganze 4 mm Regen, dann 12 trockene Tage am Stück, dann am 28.04. nochmal 3 mm und am 30.04. weitere 7 mm Regen. Im Mai 26 von 31 Tagen komplett trocken. Anfang Juni zwölf extrem nasse Tage, dann bis 06.07. zwanzig komplett trockene Tage am Stück, Rest des Julis zwar leicht wechselhaft, aber kein ausreichender Regen. Im August bis 14.08. nur ganze 16 mm Regen bei sehr hohen Temperaturen, dann weiter meist trocken, sodaß wir am 30.08. bei 32 mm standen. In der Nacht zum 31.08. dann 31 mm am Stück, womit der August in der Statistik gar nicht so schlecht aussieht. Die 31 mm am Monatsende reichten aber nicht einmal aus, um den Boden nennenswert zu durchfeuchten.
Die Erkenntnis auch aus diesem Jahr wird folgende sein: Die Trockenperioden werden immer länger, die wenigen Niederschläge dazwischen sind tatsächlich teilweise extrem und für den Boden kaum nutzbar. Wir haben rund 50 % des Jahresniederschlages in 8 Wochen bekommen. Unter dem Strich trocknet bei dieser Niederschlagsverteilung der Boden weiter aus. Das Sterben speziell der Fichte setzt sich in hoher Geschwindigkeit fort, und auch nahezu alle anderen Bäume leiden. Hinzu kam dieses Jahr der Nachtfrost am 12.05., der die schon ausgetriebenen Bäume extrem schwächte und die komplette Obsternte vernichtete.
Im Gemüsegarten wiederholt sich jedes Jahr das gleiche Spiel: Gießen bringt nichts und ist auf ein Minimum zu begrenzen. Ich nutze grundsätzlich nur aufgefangenes Regenwasser. Weder Grund- noch Trinkwasser kommen in Frage. Die Landwirtschaftsprofis werden sich sehr bald auch dieser Herausforderung stellen müssen. Immer wichtiger wird die Bodenbedeckung. Ich lasse inzwischen das komplette Unkraut und gehächselte Pflanzen dort liegen, wo sie gewachsen sind. Viele Pflanzen werden gar nicht gegossen, sondern nur gemulcht. Natürlich ergeben sich auch verminderte Erträge bis hin zum Totalausfall, aber das ist der Preis, den man zahlen muß. Und man lernt schnell, was im Anbau überhaupt noch Sinn macht.
Meine Hoffnung für die kommende Woche: Endlich Regen, möglichst gleichmäßig verteilt und langsam fallend, damit er eindringen kann.
Gruß André
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