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hi Mike,
ganz blöde Frage, was genau bedeutet das Diagramm bzw. was kann ich daraus erlesen?
Danke Dir,
VG Dominik
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Viele Grüße aus dem Schwarzwald!
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@Lirion:
Es gibt keine blöde Fragen, nur blöde Antworten!
Das Diagramm zeigt den Zonalwind im 10hPa-Niveau (sind 30Km Höhe, also in der Stratosphäre) am 60. Breitengrad. In dem fall Nord, da für unsere Hemisphäre wichtig. Es gibt dementsprechend auch das gleiche für die südliche Hemisphäre.
Der Zonalwind ist ein gutes Maß für die stärke des stratosphärischen Polarwirbels. Es ist ein Westwind der um das große Tiefdruckgebiet am Pol weht. Dieser Wind wird hier in Meter die Sekunde angegeben. Je stärker der Wind ist, desto kräftiger ist in der Regel der Polarwirbel, desto schwächer der Wind, desto schwächer der Polarwirbel.
Die blauen Linien sind ein ENS-Diagramm aller EZ-Member und die dicke blaue Linie ist das Mittel aller Läufe. Die dicke rote Linie ist der langjährige Mittelwert des Zonalwinds und die roten Linien sind die extrem Bereiche.
In dem von mir gezeigten Diagramm geht jetzt die Mehrheit der Läufe unter 0m/s. Das heißt einfach das mehrheitlich auf dem 60. Breitengrad Ostwinde herrschen, der Wind sich also von West nach Ost gedreht hat. Das geht nur wenn sich dort oben Hochdruck durchsetzt. Ausgelöst wird der Hochdruck durch plötzliche Wärmeblasen (ein sogenanntes Warming) von unten, die den sonst extrem kalten Polarwirbel aus dem Gleichgewicht bringen. Da Hochdruck sich im Uhrzeigersinn dreht, hast du auch die Änderung der Windrichtung. Da sich der gesamte 60. Breitengrad angeschaut wird, muss der Hochdruck natürlich eine gewisse Dominanz erreichen, damit im Mittel im gesamten Gebiet Ostwinde herrschen. Erst wenn der Hochdruck dominiert, kann man überhaupt von einem Major Warming sprechen, sonst wäre das nur ein Minor Warming quasi eine zu kleine Erwärmung ohne großen Impact auf das Tiefdrucksystem. Dann würde man nur ein abschwächen des Westwindes sehen und keine Umkehr zu Ostwind.
Diese starke Umstrukturierung in der Stratosphäre interferiert dann oft mit einem gewissen Zeitabstand (meist 1-3Wochen) mit dem Polarwirbel in der Troposphäre (es gibt einen Polarwirbel in beiden atmosphärischen Etagen). Das erhöht die Chance für abnehmende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und mehr Hochdruck im Bereich von Grönland und/oder Hochdruck Skandi bzw. britische Inseln. Das heißt aber noch lange nicht, ob die daraus resultierende Änderung in der Großwetterlage den Winter nach Mitteleuropa bringt, was es jedes mal wieder spannend macht es zu beobachten.
Es gibt noch weitere Wenn's und Abers, aber das führt zu weit. Ich steige da auch noch nicht überall ganz durch.
Schmuders (Wipptal), Südtirol (1250m)
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Hi Mike,
vielen Dank für die ausführliche Erklärung, das bringt ein wenig Licht ins Dunkel.
Das Wetter ist doch deutlich komplexer, als man als laien Interessierter denkt :-)
Da bin ich mal gespannt, wie es weiter geht, und ob sich so eine großer Änderung gibt,
die sich andeuten kann.
Nochmals vielen Dank für die Mühe und Aufklärung,
VG Lirion
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@Heinrich:
Sehe ich auch so, obwohl ich auch einen warmen Frühling und frühen Übergang in den Sommer nicht ausschließen würde. Man darf nicht vergessen das El Nino ja auch langsam im Aufbau ist, nach einer neutralen Phase ab April dürfte es ab dem Hoch oder Spätsommer in den El Nino Status übergehen. Das dürfte die Erwärmung wieder 1-2 Jahre einen kleinen Schubs geben. Und auch wenn es keinen direkten Einfluss hat sind die Sommer in den vergangenen El Nino Jahren auch alle gut warm gewesen, 2015 z.B. oder zuletzt 2023.
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