2022 war stellenweise sehr warm und zu trocken. Der Sommer war als niederschlagsreichste Jahreszeit, eher trocken, vor allem in der zweiten Hälfte. Winter und Frühling waren, so ist es anderen Stationen zu entnehmen, ebenfalls eher trocken. Seit Messbeginn am 07.04.2022 wurden 750,6mm gemessen, alleine in dem Zeitraum sind etwas über 900mm normal. Das Luftdruckmittel von 1018,9hPa spricht auch für eine Hochdruckdominanz über das Jahr hinweg.
Bei den Temperaturen herrschte fast durchgehend eine positive Anomalie. Der gesamte Sommer war deutlich zu warm. Insgesamt wurden im Sommerhalbjahr 26 Sommertage verzeichnet, das ist auf 1440m durchaus als extrem zu verzeichnen. Am 20. Juli wurde die 30°C nur um 0,2K verpasst. Auch die extremen Andauer von Hitzewellen (hier oben erkennbar an Tagen von über 23°C etwa) ist extrem gewesen. Im Unterland gab es teilweise über 2 Wochen hinweg Hitzetage. Zu kühle Wetterabschnitte gab es quasi nur zwei, einen in der zweiten Septemberhälfte mit dem ersten Schneefall auf Talhöhe und den Einbruch arktischer Luftmassen über den Alpenraum in der zweiten Dezemberdekade mit einem Tagestiefstwert von -16,0°C und im Talgrund an der Station St Jakob sogar nur -22,4°C.
Der Dezember war zu mild, wobei der Mittelwert der Station St Jakob im Tal etwas niedriger ist, als hier am Hang. Zudem ist dort durch den ganztägigen Bergschatten ein kleines Kälteloch. Dennoch dürfte der Monat etwas zu mild sein.
Der Niederschlag war eher wenig, leider stimmen durch eine (noch) fehlende Regenmesserheizung die Niederschlagswerte nicht ganz. Insgesamt gab es 21cm als Neuschneesumme. Da normalerweise so gut wie der gesamte Niederschlag als Schnee fällt, ist das nicht viel. Dadurch das die Temperaturen am Tag meist nur um oder leicht unter 0°C waren, hat die Sonneneinstrahlung der Schneedecke regelmäßig ordentlich zugesetzt. An exponierten Südwesthängen gab es immer wieder freie Stellen, im Schatten und an ebeneren Stellen blieb die Schneehöhe stabiler.
Allgemein ist nicht viel zu berichten, der Dezember war relativ ereignislos. Es gab keine markante Schneefalllage (max. 8cm in 24h) und bis auf den Einbruch arktischer Luftmassen kurz vor der Monatsmitte waren die Temperaturen auch eher durchschnittlich bis etwas zu mild.
Wetterstation in 41334 Nettetal-Kaldenkirchen (Angabe ohne Gewähr)
Witterungsbericht Monat Dezember 2022
Temperatur:
Temperatur-Monatsmittel 4,34 °C
die höchste Maximumtemperatur 17,4 °C am 31
die mittlere Maximumtemperatur 6,2 °C
die tiefste Minimumtemperatur -7,2 °C am 15
die mittlere Minimumtemperatur 2,1 °C
Meteorologische Tage:
Eistage Monat 4
Frosttage Monat 8
Kalte Tage Monat 19
Sommertage Monat 0
heiße Tage Monat 0
Luftfeuchte:
die mittlere Luftfeuchtigkeit 90 %
tiefste Luftfeuchte während des Monats 61 % am 31
höchste Luftfeuchte während des Monats 97 % am 23
Niederschlag:
Gesamt-Niederschlagsmenge des Monats 73,4 mm
Die höchste Niederschlagsmenge pro Tag 14,6 mm am 25
Anzahl der Tage mit Niederschlag (>=0.1mm) 15 Tage
Anzahl der Tage mit Niederschlag >=5mm 6 Tage
Anzahl der Tage mit Niederschlag >=10mm 1 Tage
Luftdruck:
Monatliches Luftdruckmittel(reduziert auf NN) 0,0 hPa
Tiefster Luftdruck während des Monat 999,7 hPa am 23
Höchster Luftdruck während des Monats 1029,1 hPa am 17
Sonnenschein:
Gesamtdauer der Sonnenstrahlung (Stunden) 1:30 Stunden
Es gab zwar schon einen, aber der Thread ist mit über 600 Beiträgen vielleicht etwas voll.
Ich beobachte seit ein paar Tagen die mittlerweile fast Modellweite Entwicklung zu einer ziemlich südlichen Frontalzone, teilweise bis ins Mittelmeer reichend. Ich gehe davon aus das der Januar eher nicht Hochdruckgeprägt wird sondern eher Tiefdruckgeprägt, eventuell im weiteren Verlauf dann sogar in Trog ME übergehend, verlaufen wird.
Das die Entwicklung aus aktueller Sicht recht wahrscheinlich ist zeigen auch die ENS von GFS und EZ. Hier Beispiel Süddeutschland, die Frontalzone ist im Diagramm eingezeichnet:
Zumindest für die Mittelgebirge und vor allem für die Alpen sind wieder Schneeoptionen in Sicht. Beispiel an meinen Standort am Hauptkamm recht zentral in den Alpen:
Ja aktuell ist hier vom Winter keine Spur zu finden, sogar an Silvester Temperaturen bis 18 °C im Süden möglich. Auch das nächste Jahr startet nicht winterlich, sondern geht weiter mit milden Temperaturen. Das lässt wieder ein Muster wie schon 2018 vorgekommen ist, auf einen sehr warmen Winter und Frühling und möglicherweise sogar wieder mit einem sehr heißen Sommer erahnen. Der Polarwirbel und der Jetstream ist sehr stark aktuell ausgeprägt, wobei zum Jahreswechsel Sturm angesagt ist und wohl auch in der weiteren Entwicklung sehr milde Luftmassen nach Europa einströmen werden. Um noch im neuen Jahr einen Wintereinbruch zu bekommen, müsste sich über Skandinavien ein Hochdruck Gebiet aufbauen, aber das scheint wohl nicht zu entstehen. Wir werden in den kommenden Wochen zunehmend Westdrift mit Regen und Sturm (vielleicht) bekommen.
Ja der Wintereinbruch vor Weihnachten war wohl eine Eintagsfliege, so schnell wird man hier im Flachland bis März keinen wohl sehen. Muss aber nicht unbedingt sein, dass kein Winter mehr bevor steht - aber man weiß nie wie sich das Wetter in den kommenden Monaten entwickelt.