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Normale Version: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2025/26
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(31.01.2026, 15:16)Schwabenland schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Danke Heinrich,

Ich habe schon Schneeboots bzw Schneeschuhe. Ich hoffe nur, dass ich am Fasching nicht von den Russen missverstanden und verklopft werde Confused  Smile für mein Kostüm. Bin dann wie ein Eskimo oder eine Russin verkleidet mit Pelzmütze und auch einen Umhang auf dem halt steht: " Die Russenpeitsche kommt, Vorsicht Kälte Ü -20 Grad".

In Berlin wird in dieser kalten Zeit Shen Yun aufgeführt. Ich hoffe, dass es da kein Verkehrschaos gibt, und alle dort hin können. Wäre tragisch wenn diese Karten, die die Leute gekauft haben wegen Winterwetter verfallen oder storniert werden. Ich glaube Berlin ist fast ausverkauft und dann soll Shen Yun auch voll sein und keinen Stromausfall haben. Man kann nur beten und aufrichtige Gedanken aussenden, dass alles gut klappt, trotz dieses Winterwetters das da kommen sollte  grimmige Kälte 75.

PS: Diese Woche ist unsere Schneeschaufeln kaputt gegangen. Wollte gestern eine neue Schneeschaufel kaufen, doch die Schneeschaufeln sind im Bau Mark "Bau Spezi"
  komplett ausverkauft.  Smiley26 Wenn jetzt nochmal viel Schnee kommt Sick ........und an solchen Dingen merkt man dass wieder richtig Winter ist wie schon lange nicht mehr.

Hallo Schwabenland,

obwohl die Modelle von einer Richtung in die andere stetig wechseln, würde ich mich an Deiner Stelle besser auf die kalte Variante einstellen.

(30.01.2026, 13:30)Heinrich schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.So können wir uns darauf einstellen, dass am frühen Morgen des Valentinstages (14. Februar) bei uns schon flächendeckend Temperaturen von -10° bis -15° möglich sein können.

Nur mal so als Kartenmurks mit Chaos-Charakter: ECMWF (immerhin das beste Modell) zaubert heute folgende 2-Meter Temperaturen für den 14. 2.26 für Germany:

[attachment=50911]
Quelle: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.

Andere Modelle haben aber auch Frühlingsluft zum Termin 14.02. im Programm. Morgen wahrscheinlich wieder andersrum...

Meinen Gruß!
Servus Heinrich!
Ich lese deine Beiträge und Ausführungen rund um den Polarwirbel immer sehr gerne und schätze deine Expertise.
Ich verfolge die winterlichen Diskussionen um den Polarwirbel jetzt schon einige Jahre, ohne mir aber wirklich tiefes Wissen angeeignet zu haben. Was mir aber auffällt, dass schon wirklich alles genau passen muss um wirklich richtig winterliches Wetter in unseren Breiten nach gröberen Störungen des Polarwirbels zu verursachen. So richtig geklappt hat das aus meiner Sicht nur 2013, 2018 und mit Abstrichen 2021. Sehr oft kommt dabei nur wenig bis gar nix rum. Besonders auf die Sicht des Flachlands in Süddeutschland und Österreich braucht es nun schon sehr eisige Luftmassen (Inversion mal ausgeklammert), um noch überhaupt Eistage zu produzieren.Tageslänge und Sonnenstand nehmen jetzt rapide zu und naturgemäß merkt man das in unserer Region schon deutlich stärker als z.B. in Norddeutschland. 
Was ich damit sagen will, dass ich, deinen interessanten Beiträgen in Ehren, noch sehr skeptisch bin ob da bei uns überhaupt noch der große Winterwurf bei rummkommt. Das Ganze ist ja immer noch 10 Tage plus entfernt und auch wenn die Modelle für den Zeitraum bereits die ein oder andere winterliche Rechnung ausspucken, kann bis dahin noch mehr schiefgehen als aktuell überhaupt berechnet wird. 
Persönlich wirkt das auf mich nicht mehr so, als dass wir südlich des Mains noch eine zumindest etwas längere (4 Tage plus) sehr kalte Winterphase bekommen. Auf dem Atlantik ziehen weiter immer wieder Tiefs Richtung Europa, und auch wenn diese in diesem Jahr sehr südlich ziehen, liegen wir hier trotzdem immer wieder auf der falschen (milden) Seite. Solange der Atlantik nichtmal richtig stark geblockt wird (so wie es mal Ende Dezember/Anfang Januar der Fall war), glaube ich bei uns nicht mehr an den ganz großen Winterwurf. Das mag in Nord und Ostddeutschland anders aussehen, da in diesem Winter die große Kälte immer in Schlagdistanz ist, bei uns scheint es nun doch eher mehr und mehr in Richtung Vorfrühling zu schleichen. 
Ich irre mich aber gerne, denn auch einem Märzwinter kann ich durchaus was abgewinnen und auf den darauffolgen Frühling freut man sich dann umso mehr. Der Sommer kommt ja mittlerweile (zumindest im mittlerweile Süddeutschen mediterranen Sommer  Big Grin ) eh noch früh genug . Wink
(01.02.2026, 22:31)richie schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Servus Heinrich!
Ich lese deine Beiträge und Ausführungen rund um den Polarwirbel immer sehr gerne und schätze deine Expertise.
Ich verfolge die winterlichen Diskussionen um den Polarwirbel jetzt schon einige Jahre, ohne mir aber wirklich tiefes Wissen angeeignet zu haben. Was mir aber auffällt, dass schon wirklich alles genau passen muss um wirklich richtig winterliches Wetter in unseren Breiten nach gröberen Störungen des Polarwirbels zu verursachen. So richtig geklappt hat das aus meiner Sicht nur 2013, 2018 und mit Abstrichen 2021. Sehr oft kommt dabei nur wenig bis gar nix rum. Besonders auf die Sicht des Flachlands in Süddeutschland und Österreich braucht es nun schon sehr eisige Luftmassen (Inversion mal ausgeklammert), um noch überhaupt Eistage zu produzieren.Tageslänge und Sonnenstand nehmen jetzt rapide zu und naturgemäß merkt man das in unserer Region schon deutlich stärker als z.B. in Norddeutschland. 
Was ich damit sagen will, dass ich, deinen interessanten Beiträgen in Ehren, noch sehr skeptisch bin ob da bei uns überhaupt noch der große Winterwurf bei rummkommt. Das Ganze ist ja immer noch 10 Tage plus entfernt und auch wenn die Modelle für den Zeitraum bereits die ein oder andere winterliche Rechnung ausspucken, kann bis dahin noch mehr schiefgehen als aktuell überhaupt berechnet wird. 
Persönlich wirkt das auf mich nicht mehr so, als dass wir südlich des Mains noch eine zumindest etwas längere (4 Tage plus) sehr kalte Winterphase bekommen. Auf dem Atlantik ziehen weiter immer wieder Tiefs Richtung Europa, und auch wenn diese in diesem Jahr sehr südlich ziehen, liegen wir hier trotzdem immer wieder auf der falschen (milden) Seite. Solange der Atlantik nichtmal richtig stark geblockt wird (so wie es mal Ende Dezember/Anfang Januar der Fall war), glaube ich bei uns nicht mehr an den ganz großen Winterwurf. Das mag in Nord und Ostddeutschland anders aussehen, da in diesem Winter die große Kälte immer in Schlagdistanz ist, bei uns scheint es nun doch eher mehr und mehr in Richtung Vorfrühling zu schleichen. 
Ich irre mich aber gerne, denn auch einem Märzwinter kann ich durchaus was abgewinnen und auf den darauffolgen Frühling freut man sich dann umso mehr. Der Sommer kommt ja mittlerweile (zumindest im mittlerweile Süddeutschen mediterranen Sommer  Big Grin ) eh noch früh genug . Wink

Servus richie!

Was Du schreibst, ist alles berechtigt. Österreich liegt ein gutes Stück näher an der warmen Seite des Mittelmeers. Wir in Deutschland haben dafür die Wärmflasche des Atlantiks. Insgesamt ist Mitteleuropa meist zwischen den Stühlen und nicht im Fokus von Kältewellen. Das ist so und wird auch so bleiben. Gleichwohl gibt es in statistisch seltenen Fällen Konstellationen in den Großwetterlagen, die auch uns (von west und süd) angewärmten Mitteleuropäern veritable Kältewellen ermöglichen. Dazu muss - wie Du schon sagst - viel zusammenpassen. Und das macht solche Ereignisse auch so selten und so extrem schwer vorhersehbar.

Eine solche seltene Konstellation habe ich am 12. Januar erkennen können und hier den passenden Beitrag formuliert - mit viel Konjunktiv, wohl gemerkt. Nichts desto trotz hat die tatsächliche Entwicklung meine Einschätzung bestätigt. Nun steht das letzte, aber entscheidende Ereignis an: das Major Warming in der Stratosphäre mit einem Polarwirbelsplit zu einem Zeitpunkt, an dem unsere Großwetterlage bereits gute Voraussetzungen bietet für einen artischen Kaltluftausbruch in Richtung Mitteleuropa. Die Voraussetzungen sind deshalb besonders gut, da die Frontalzone bereits sehr weit südlich über dem Mittelmeer liegt und wir eine Blockierung des klassischen Westwindwetters haben. In diese Konstellation hinein kann ein durch die Stratosphäre ausgelöster Polarwirbelsplit genau dorthin wirken, wo es schlussendlich zu einem Ausbruch der angesammelten Kälte in Richtung Mitteleuropa kommt. Und diese Entwicklung hatte ich vermutet und beschrieben. Jetzt muss es nur noch passieren. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die bestehende Konstellation der Großwetterlage(n) auf der Nordhalbkugel diesmal den Ausbruch der Kälte in unsere Richtung lenken wird. Wie weit das nach Süden geht, ist natürlich sehr fraglich. Ich denke, es geht über die Alpen bis über das Mittelmeer, was dort eine heftige Zyklonese auslösen würde. Aber das habe ich ja alles schon beschrieben...

Lassen wir mal die Profis vom DWD das ganze analysieren und einschätzen:
Quelle: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.


Zitat:Polarwirbel vor möglicher Aufspaltung – droht Mitteleuropa eine Kältephase?
Datum 01.02.2026

Der Polarwirbel schwächt sich ab und möglicherweise bahnt sich Mitte Februar sogar ein Polarwirbelsplit an. Doch welche Auswirkungen hätte dies für das Wettergeschehen hierzulande?

Derzeit wird die Großwetterlage in Mitteleuropa von einem kräftigen, nahezu stationären Hochdruckgebiet mit seinem Zentrum über Finnland bestimmt. In dessen Einflussbereich gelangt kalte, kontinentale Luft in den Nordosten Deutschlands. Gleichzeitig sorgen Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik und in der Nähe Irlands für einen Zustrom deutlich milder Luftmassen in den Südwesten des Landes. So werden am heutigen Sonntag am Oberrhein Höchstwerte um +11 Grad erreicht, während die Temperaturen im Nordosten örtlich nicht über −8 Grad hinauskommen.
Auch in den kommenden Tagen bleiben diese ausgeprägten Temperaturgegensätze bestehen. Ursache hierfür ist eine insgesamt geringe Dynamik in der Atmosphäre. Der Jetstream, der insbesondere im Winterhalbjahr die Zugbahnen von Hoch- und Tiefdruckgebieten über Europa steuert, ist derzeit weit nach Süden verlagert. Infolgedessen fehlt atlantischen Tiefdruckgebieten der nötige Antrieb, um nach Mitteleuropa vorzudringen. Stattdessen werden sie – wie bereits in den vergangenen Wochen häufig beobachtet – nach Süden in den Mittelmeerraum umgelenkt.
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Diese Grafik zeigt die Analysekarte für Sonntag, den 01.02.2026 um 12 UTC. (Quelle DWD)

Analysekarte für Sonntag, den 01.02.2026 um 12 UTC. Gerade für den Nordosten des Landes bleibt das Hoch Daniel über Finnland wetterbestimmend.

Zur zweiten Februardekade zeichnet sich nun ein weiteres meteorologisch interessantes Phänomen ab, das erheblichen Einfluss auf die Wetterentwicklung in Europa haben könnte: ein möglicher Polarwirbelsplit. Betrachtet man den zonalen Wind in der Stratosphäre auf dem 10-hPa-Niveau (rund 30 Kilometer Höhe), zeigen die Prognosen ab etwa dem 10. Februar eine deutliche Abschwächung. Einige Modelllösungen deuten im weiteren Verlauf sogar eine Umkehr der Windrichtung an. In diesem Fall würde sich der stratosphärische Polarwirbel aufspalten. Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses machen sich in der unteren Troposphäre in der Regel erst mit einer Verzögerung von etwa ein bis zwei Wochen bemerkbar. Durch die damit verbundene Umstrukturierung der großräumigen Druckverteilung kann es in den mittleren Breiten zu Kaltluftvorstößen aus polaren Regionen kommen. In den Medien wird ein Polarwirbelsplit daher häufig mit extremen Kältewellen in Europa und Deutschland gleichgesetzt. In der Praxis ist der Zusammenhang jedoch deutlich komplexer.
Diese Grafik zeigt die Ensemblevorhersage des zonalen Windes in 25 Kilometer Höhe. (Quelle ECWMF)
[attachment=50913]
Ensemblevorhersage des zonalen Windes in 30 Kilometer Höhe. Es verdichten sich die Anzeichen eines Polarwirbelsplits ab der zweiten Februardekade.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass nicht jeder Polarwirbelsplit zwangsläufig eine markante Kältewelle in Mitteleuropa nach sich zieht. Entscheidend sind unter anderem die Lage, die Intensität und die Dauer der Aufspaltung. Zudem spielt die vorherrschende Wetterlage zum Zeitpunkt des Ereignisses eine wichtige Rolle für die spätere Entwicklung. Studien zeigen, dass eine bereits blockierende Zirkulation über Europa zum Zeitpunkt eines Polarwirbelsplits die Wahrscheinlichkeit für nachfolgende Kälteereignisse erhöht. Häufig etabliert sich in den Wochen danach ein blockierendes Hochdruckgebiet über Grönland, wodurch arktische Luftmassen nach Mitteleuropa vordringen können. Herrscht hingegen bereits zum Zeitpunkt des Polarwirbelsplits ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet über Grönland, bildet sich in den Folgewochen statistisch häufiger ein Trog über dem Ostatlantik aus. Auf dessen Vorderseite gelangt milde Luft nach Mitteleuropa, sodass winterliche Bedingungen im Flachland oder gar eine Kältewelle eher ausbleiben. Befindet sich Mitteleuropa zum Zeitpunkt des Ereignisses im Einflussbereich einer zyklonalen Westwetterlage, lässt sich kein statistisch signifikantes Signal ableiten. In diesen Fällen zeigen sich lediglich schwache Hinweise auf die spätere Ausbildung eines blockierenden Grönlandhochs.
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Dies Grafik zeigt den Einfluss eines Polarwirbelsplits auf das Wettergeschehen in Europa für verschiedene Wetterlagen während des Eintretens. (Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.)

Einfluss eines Polarwirbelsplitts auf das Wettergeschehen in Europa für verschiedene Wetterlagen während des Eintretens. Europa-Blocking führt am häufigsten zu Grönland-Blocking und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit für Kältewellen.

Ein Blick auf die Mittelfristprognose zeigt, dass einige Wettermodelle zum Einsetzen des Polarwirbelsplits ein Hochdruckgebiet bei Grönland andeuten. Gleichzeitig wird aber auch ein blockierendes Hochdruckgebiet über Westrussland simuliert und eher leichte Tiefdruckaktivität über Mitteleuropa. Ein weiterer Faktor ist zudem, dass über dem eurasischen Kontinent im Vergleich zu den letzten Wintern eine ausgeprägte und weit nach Europa reichende Schneedecke liegt. Dies begünstigt eine Stabilisierung des sibirischen Kältehochs, welches als eine Barriere für vom Atlantik vordringenden Tiefdrucksystemen fungieren kann.
Insgesamt ergibt sich somit kein eindeutiges Szenario. Eine Kältewelle in Mitteleuropa ab Ende Februar liegt etwas über der statistischen Eintrittswahrscheinlichkeit zu dieser Jahreszeit, ist aber auf keinen Fall sicher. Eines ist aber sicher, an Spannung mangelt es beim Wetter in den nächsten Wochen keineswegs!

M.Sc. Meteorologe Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.02.2026
Copyright © Deutscher Wetterdienst

Diese Analyse ist von gestern, also ganz aktuell und druckfrisch. Sie bestätigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Kältewelle in Mitteleurope erhöht ist - aber natürlich nicht sicher.

Wir werden also weiter beobachten müssen und abwarten, wie es dann wirklich kommt.

Meinen Gruß!
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