Wetterforum Wetter-Runde

Normale Version: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2025/26
Sie sehen gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2 3 4
Mal ein Update:

[Bild: ps2png-worker-commands-9bd9f7fc7-4qcdm-6...kql9u8.png]

Die nächste Woche(n?) scheint jetzt ja erstmal Hochdruck zu dominieren.
Ich frage mich aber wie Mike auch - so eine "wirkliche Kälte" hat sich am Nordpol ja bisher echt nicht aufgebaut.  Confused Zumindest wirkt es deutlich "wärmer" als die letzten Jahre wenn ich auf die Karten schaue (verbessert mich gerne).

Ich weiß, es ist erst Ende Oktober - aber nach dem letzten Winter...  93 ..nein wir lassen das  Big Grin

Danke @Heinrich für deine Beiträge - einfach Goldwert!  97
Kleines Update bezüglich Polarwirbel:

[attachment=50470]

Ein SSW (Sudden Stratopheric warming/ plötzliche Stratosphärenerwärmung ) ist das noch nicht, aber dennoch ist der Polarwirbel sehr schwach für die Zeit aktuell. Das begünstigt mehr meridionale Wetterlagen, das zeigen auch Berechnungen in der 2. Novemberhälfte, wo es nach einer LMG durchaus sehr frisch werden könnte mit nasskalt bis in die Niederungen. So könnte es in den Alpen und höheren Mittelgebirge ab 500m (zeitweise auch drunter) zu ersten richtigen Schneefällen samt Schneedecke werden. Das ist aber natürlich noch lange hin.

Übrigens die neusten Modelle (GFS und EZ) berechnen seit gestern Abend die kommende Wärmevorstoß gegen ende der Woche in sofern zurück, das die nördlichen teile Deutschlands sogar schon am Samstag deutlich kühler werden. Es liegt dann eine scharfe LMG über Mitteleuropa, die aber in aktuellen Hauptläufen nur schwach aktiv ist. Wie bei solchen LMGs üblich wird die sicherlich noch ein paar mal gen Nord und Süd geschoben, bis die genaue Lage sicher ist. Das ist schon eine interessante Änderung gegenüber den letzten Tagen, so sah es bisher aus, das die Kaltluft erst einmal über Skandi bleiben und dann später uns fluten würde. So sieht es nach aktuellen Karten aus, dass die Kaltluft mit bis um -5°C in 1500m ganz im Norden bei Schleswig-Holstein ist während es durch Südföhn in den Nordalpen die Luftmasse auf 15°C gepuscht wird. Was für Gegensätze!

Mein Bauchgefühl sieht immer wieder Möglichkeiten auf LMGs, was natürlich auch heißt das es auch unter Umständen sogar Rekord mild sein kann. Wenigstens heißt es ordentlich Abwechselung. Wenn es denn so kommt, diese Überlegung ist wie gesagt nur ein Bauchgefühl...
[Bild: ps2png-worker-commands-74868849fb-hfhjd-...7h2_m5.png]

Puh..  Rolleyes
(18.11.2025, 09:33)Dominik90 schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.[Bild: ps2png-worker-commands-74868849fb-hfhjd-...7h2_m5.png]

Puh..  Rolleyes

Ja das sieht nach einer längeren zumindest starken Störung aus, aber ich gehe von einem knappen erreichen von negativen Werten (also Major Warming bzw. SSW) aus. Bei dem Verlauf werden wir sicher noch bis zum Jahreswechsel mit Überraschungen rechnen können. Aktuell ja in die kältere Richtung und das darf dann auch gerne so bleiben.
Grüßt Euch!

Es tut sich was. Nach Durchsicht aller Stratophären-Vorschauen erkenne ich zwischen dem 22. und 30. Januar eine massive Störung in den Höhenregionen zwischen 10 hpa und 100 hpa. Es handelt sich aber offenbar nicht um ein Major-Warming, was ja bekanntlich von oben nach unten in der Stratosphäre durchwirkt. Zwar scheint in 10 hpa eine überschaubare Erwärmung statt zu finden, aber die wurde nach den vorliegenden Auswertungen nicht aus der Mesosphäre in die Stratosphäre getriggert. Dieses Event steht also noch aus.

Die Störung im stratosphärischen Polarwirbel muss daher aus der Troposphäre nach oben wirken, es wäre ein TST-Ereignis nach Definition von @Wetterleuchte.

Im Ergebnis ergibt sich ein Polarwirbelsplit (Teilung in zwei starke Wirbel), der seine Wirkung vornehmlich in der Troposphäre entfaltet und natürlich auch in die untere Stratosphäre nach oben wirkt. Die Auswirkungen sind noch im Nebel der Zukunft, da die Modelle mit solchen Ereignissen große Probleme haben. Allerdings lässt sich doch schon vermuten/erkennen, dass es Nordamerika durch den westlichen Wirbel sicher erwischt und durch den östlichen Wirbel die kontinentale Kaltluft aus Sibirien nach Süden ausbrechen wird. Wohin die genau vorstoßen wird ist unklar. Aufgrund der Großwetterkonstellation mit einem mächtigen Russlandhoch vor dem Ereignis bietet sich ein Ausbruch mit Hauptrichtung bis nach Osteuropa mit höherer Wahrscheinlichkeit an als jede Variante mit Zielrichtung Mittel- oder Westeuropa. Dafür fehlt dann doch der zeitlich passende, rückwirkende Impuls aus der oberen Stratosphäre...

Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Man sollte das also im Blick haben und behalten. Immerhin zeichnet sich eine deutliche Windumkehr in der unteren Stratosphäre ab etwa dem 20. Januar 26 ab. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass es zu großer Unruhe im gesamten Polarwirbel kommen wird. Mitunter ist die hier genannte TST-Entwicklung nur der Beginn eines nachfolgenden Major-Warming, der aus der Mesosphäre getriggert werden muss. Die Bedingungen dafür - plus passender Zeitverzug - waren und sind gegeben durch das dafür bedeutsame Uralhoch. Von dort werden die Schwerewellen nach oben im richtigen Winkel bis über die Stratosphäre gesendet, was dann da ganz oben die plötzliche Erwärmung auslöst, die daraufhin nach und nach in darunter liegende Schichten der oberen Stratosphäre durchwirken. Naja, ist noch lange hin, aber würde in die bisherige Chronologie dieses Polarwirbel-Winters passen. Das würde viele neue Turbulenzen verursachen - wenn da nicht das Wörtchen "wenn" wäre.

Karten lohnen noch nicht wirklich, da sich alles noch ganz oft ändern wird in den Modellen. Man sieht es am berechneten AO-Index, der alles dazu schon aussagt - nämlich "Unsicherheit und Unruhe":

[attachment=50814]


So viel für heute.
Meinen Gruß!
Hallo Heinrich


(12.01.2026, 10:21)Heinrich schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Grüßt Euch!


Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Man sollte das also im Blick haben und behalten. Immerhin zeichnet sich eine deutliche Windumkehr in der unteren Stratosphäre ab etwa dem 20. Januar 26 ab. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass es zu großer Unruhe im gesamten Polarwirbel kommen wird. Mitunter ist die hier genannte TST-Entwicklung nur der Beginn eines nachfolgenden Major-Warming, der aus der Mesosphäre getriggert werden muss. Die Bedingungen dafür - plus passender Zeitverzug - waren und sind gegeben durch das dafür bedeutsame Uralhoch.

Das Ural-/ Russlandhoch ensteht im Prinzip ja dadurch, dass dort im Winter nur sehr sehr kurze Tage sind, und somit der Druck im Kern des Sibirienhochs nach und nach immer stärker wird, weil die Luft im Lauf des Winters immer kälter wird, oder ? 

Was ich mich außerdem frage: Wenn es z.B. am Boden in 2 m Höhe dort -40° hat, wie kalt wäre es in 20 m Höhe, in 100 m Höhe oder in 200 m Höhe in der Luft. 

Zitat:Von dort werden die Schwerewellen nach oben im richtigen Winkel bis über die Stratosphäre gesendet, was dann da ganz oben die plötzliche Erwärmung auslöst, die daraufhin nach und nach in darunter liegende Schichten der oberen Stratosphäre durchwirken. Naja, ist noch lange hin, aber würde in die bisherige Chronologie dieses Polarwirbel-Winters passen. Das würde viele neue Turbulenzen verursachen - wenn da nicht das Wörtchen "wenn" wäre.

Karten lohnen noch nicht wirklich, da sich alles noch ganz oft ändern wird in den Modellen. Man sieht es am berechneten AO-Index, der alles dazu schon aussagt - nämlich "Unsicherheit und Unruhe":


So viel für heute.
Meinen Gruß!

Kannst du bitte erklären, was Schwerewellen sind ? Smiley1 


Grüße 43
Snow
(12.01.2026, 19:22)Snow Südschwarzwald 440 m schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Hallo Heinrich

Das Ural-/ Russlandhoch ensteht im Prinzip ja dadurch, dass dort im Winter nur sehr sehr kurze Tage sind, und somit der Druck im Kern des Sibirienhochs nach und nach immer stärker wird, weil die Luft im Lauf des Winters immer kälter wird, oder ? 

Was ich mich außerdem frage: Wenn es z.B. am Boden in 2 m Höhe dort -40° hat, wie kalt wäre es in 20 m Höhe, in 100 m Höhe oder in 200 m Höhe in der Luft. 

-------------

Kannst du bitte erklären, was Schwerewellen sind ? Smiley1 


Grüße 43
Snow

Grüß Dich!

Rußlandhoch und Uralhoch sind nicht automatisch identisch. Rußland ist riesig groß. Wenn das Hochdruckgebiet besonders den Ural und das Gebiet südlich davon umfasst, dann sind die Bedingungen für nach oben propagierende Schwerewellen besonders interessant, da diese dann einen Winkel nach oben aufweisen, der sozusagen genau ins Herz trifft. Nur in einem bestimmten Winkel treffen die Schwerewellen bis ganz hinauf weit über die Stratosphäre hinaus in die Mesosphäre und verursachen dort eine sehr schnelle Wärmeentwicklung der dort vorhandenen diversen chemischen Gemische (einfach erklärt). Ansonsten verhalten sich am Ural die troposhärischen Luftschichten so wie auch in anderen Regionen. Also die Temperaturunterschiede sind dann ähnlich mit wachsender Höhe. -40"C in 2 Meter Höhe hat es dort nur selten. In der Höhe ist es dann nicht unbedingt noch kälter, eher wärmer, da kalte Luft schwerer ist als wärmere Luft. Also wie sonst auch überall. Es hängt dann an der Durchmischung der Luftschichten, an Winden und auch an der vorhandenen Kälte ganz oben in der Troposhäre...

Schwerewellen sind Energiewellen. Man kann es sich vereinfacht so vorstellen: die Windenegie am Boden wird durch ein Gebirge (oder auch durch ein besonders starkes den Wind blockierendes Tief- oder Hochdruckgebiet) nach oben abgeleitet. Auch Druckunterschiede zwischen Hoch und Tief verengen sich zu Energiewellen. Nicht alles geht in Windenegie auf. Man spricht dabei auch von latenter Energie, also Energie, die man nicht spüren kann (keine Wärme- und keine Windenergie), aber latent vorhanden sein muss (siehe Energiegesetz, das aussagt, dass keine Energie verloren geht). Das in Summe geht in die Begrifflichkeit "Schwerewellen" ein. Und wenn diese Energie in Wellen nach oben gerichtet wird und einen bestimmten Winkel zum Horizont aufweist und zum Polarwirbel, dann findet sich innerhalb der Stratosphäre kaum Widerstand, an der sich die Energie in Wärme oder Wind umwandeln kann. Deshalb wandert sie ungebremst weit hinauf, manchmal bis ins Weltall, wo sie dann aus unserer Erdhemisphäre verschwinden würde. Doch in der Mesosphäre treffen diese Energiewellen auf sehr dünne chemische "Wolken", die sich im Winter aus Molekülen zusammensetzen, die durch die Energieimpulse von unten angeregt werden konnen. Und dabei wird dann kinetische Energie freigegeben, es finden Umwandlungsprozesse statt, die u. a. Wärmeenegrie freisetzen. Da die Luft da oben extrem dünn ist, sind Wärmeflüsse dort ausgeprägt und werden rasch flächig aktiv. Dadurch entstehen neue Dichteverhältnisse, die von oben nach unten mit zunehmender Zufuhr von Wärmeenergie wandern und damit wieder neue gute Voraussetzungen schaffen für weitere Umwandlungsprozesse in den Luftschichten. So wandert diese Entwicklung bald auch in die obere Stratosphäre, wo das Luftgemisch dichter ist. Sobald die oberste Stratosphäre durch den aufgebauten Wärmefluss erreicht ist - und weiterhin Schwerewellen im guten Winkel zum Polarwirbelkern nach oben propagieren - beginnt in der Stratosphäre die plötzliche starke Erwärmung (sudden warming). Geht das bis auf 10 oder sogar 30 hpa in großer Geschwindigkeit hinunter, ergibt sich daraus ein Major Warming mit der Folge, dass in großem Maßstab die vorhandenen Winde in der Stratosphäre auf Ost drehen und den Polarwirbel damit extrem stören oder sogar nahezu auflösen können. Das wirkt dann nach unten bis in die Troposphäre...

Einfacher erklären kann ich es im Moment nicht. Ich hoffe, das Prinzip wurde verstanden.

Meinen Gruß!
(12.01.2026, 10:21)Heinrich schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login....Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Man sollte das also im Blick haben und behalten. Immerhin zeichnet sich eine deutliche Windumkehr in der unteren Stratosphäre ab etwa dem 20. Januar 26 ab. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass es zu großer Unruhe im gesamten Polarwirbel kommen wird. Mitunter ist die hier genannte TST-Entwicklung nur der Beginn eines nachfolgenden Major-Warming, der aus der Mesosphäre getriggert werden muss. Die Bedingungen dafür - plus passender Zeitverzug - waren und sind gegeben durch das dafür bedeutsame Uralhoch. Von dort werden die Schwerewellen nach oben im richtigen Winkel bis über die Stratosphäre gesendet, was dann da ganz oben die plötzliche Erwärmung auslöst, die daraufhin nach und nach in darunter liegende Schichten der oberen Stratosphäre durchwirken...

Grüßt Euch!

Die Zeit für Karten ist gekommen, denn so allmählich kommen wir in den halbwegs seriösen Forecast-Zeitraum für die Stratosphäre bezogen auf ein mögliches Major Warming.

Das denkbare sudden warming lässt sich anhand der Temperaturen in der obersten Stratosphäre in 01 hpa ablesen und auswerten. Aktuell sieht es in 1 hpa so aus:

Temperaturen 01 hpa am 18.01.2026:
[attachment=50829]

Man sieht einen schulbuchmäßigen runden Kältewirbel. Über der 01 hpa-Ebene beginnt die Mesosphäre. Und dort treffen die seit Tagen nach oben gerichteten Schwerewellen aus dem Uralgebiet auf die chemischen "Wolken". Angeregt durch die Energie finden Spaltungsprozesse statt, die Wärme erzeugen. Die Wärme dehnt sich aus und dadurch entsteht langsam ein Wärmefluss zur Seite und nach unten. Irgendwann wird vertikal nach unten auch die oberste Stratosphäre erreicht. Und damit kommt die Wärmeentwicklung in unser Sichtfeld, respektive in das Sichtfelt der Modellwert.

Um den 25./26. Januar 26 erreichen die ersten Auswirkungen der Erwämung in der Mesosphäre dann auch die 01 hpa-Ebene. Erst kaum sichtbar, dann plötzlich und sehr schnell wachsend, führt die starke Erwärmung schon um den Monatswechsel dazu, dass der eisige Kern des Polarwirbels regelrecht auseinander gerissen wird in zwei Kältekerne. Und zwischen diese Kältekerne schiebt sich sehr warme Luft. Sieht dann - wieder lehrbuchmäßig - so aus:

Temperaturen berechnet für den 03.02.2026 in 01 hpa:
[attachment=50830]

Quelle beide Grafiken: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.

Natürlich ist das alles noch viel zu weit weg, um es als irgendwie sicher darzustellen. Ist es nicht!
Gleichwohl bestätigt es meine vor 6 Tagen oben im Zitat erklärten Entwicklungswahrscheinlichkeiten.
Der Zeitverzug passt, die Modelle erfassen erstmals das Thema mit logischem Fortlauf. Also dürfte es so ein, dass das Warming tatsächlich bereits in der Mesospäre läuft und damit der Startschuss für ein Major Warming in der Stratosphäre abgefeuert wurde.
Das wird dann in der Entwicklung nach unten bis in 10 hpa und in 30 hpa noch etwas Zeit fressen. Ich schätze einige Tage bis zu einer Woche.
Dann sollte das Warming dort den Polarwirbel maßgeblich stören und bis in die Troposphäre nach unten wirken. Das wird spannend!

Termin für das Major Warming würde ich nach aktuellem Stand der Entwicklung zwischen dem 05. und 10. Februar fixieren.
Das sind nur 3 Wochen! Und bis dahin werden wir durch das vorherige TST-Event schon fast durchgehend respektables Winterwetter haben.

Sieht nach einer Verlängerung des Winterwetters aus bis mindestens 15./20. Februar.

Aber besser mal weiter beobachten und skeptisch bleiben.

Meinen Gruß!
Hallo Heinrich


Danke für die ausführliche Erklärung ! Smiley20 Smiley1 


Grüße 43
Snow


(12.01.2026, 21:42)Heinrich schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Grüß Dich!

Rußlandhoch und Uralhoch sind nicht automatisch identisch. Rußland ist riesig groß. Wenn das Hochdruckgebiet besonders den Ural und das Gebiet südlich davon umfasst, dann sind die Bedingungen für nach oben propagierende Schwerewellen besonders interessant, da diese dann einen Winkel nach oben aufweisen, der sozusagen genau ins Herz trifft. Nur in einem bestimmten Winkel treffen die Schwerewellen bis ganz hinauf weit über die Stratosphäre hinaus in die Mesosphäre und verursachen dort eine sehr schnelle Wärmeentwicklung der dort vorhandenen diversen chemischen Gemische (einfach erklärt). Ansonsten verhalten sich am Ural die troposhärischen Luftschichten so wie auch in anderen Regionen. Also die Temperaturunterschiede sind dann ähnlich mit wachsender Höhe. -40"C in 2 Meter Höhe hat es dort nur selten. In der Höhe ist es dann nicht unbedingt noch kälter, eher wärmer, da kalte Luft schwerer ist als wärmere Luft. Also wie sonst auch überall. Es hängt dann an der Durchmischung der Luftschichten, an Winden und auch an der vorhandenen Kälte ganz oben in der Troposhäre...

Schwerewellen sind Energiewellen. Man kann es sich vereinfacht so vorstellen: die Windenegie am Boden wird durch ein Gebirge (oder auch durch ein besonders starkes den Wind blockierendes Tief- oder Hochdruckgebiet) nach oben abgeleitet. Auch Druckunterschiede zwischen Hoch und Tief verengen sich zu Energiewellen. Nicht alles geht in Windenegie auf. Man spricht dabei auch von latenter Energie, also Energie, die man nicht spüren kann (keine Wärme- und keine Windenergie), aber latent vorhanden sein muss (siehe Energiegesetz, das aussagt, dass keine Energie verloren geht). Das in Summe geht in die Begrifflichkeit "Schwerewellen" ein. Und wenn diese Energie in Wellen nach oben gerichtet wird und einen bestimmten Winkel zum Horizont aufweist und zum Polarwirbel, dann findet sich innerhalb der Stratosphäre kaum Widerstand, an der sich die Energie in Wärme oder Wind umwandeln kann. Deshalb wandert sie ungebremst weit hinauf, manchmal bis ins Weltall, wo sie dann aus unserer Erdhemisphäre verschwinden würde. Doch in der Mesosphäre treffen diese Energiewellen auf sehr dünne chemische "Wolken", die sich im Winter aus Molekülen zusammensetzen, die durch die Energieimpulse von unten angeregt werden konnen. Und dabei wird dann kinetische Energie freigegeben, es finden Umwandlungsprozesse statt, die u. a. Wärmeenegrie freisetzen. Da die Luft da oben extrem dünn ist, sind Wärmeflüsse dort ausgeprägt und werden rasch flächig aktiv. Dadurch entstehen neue Dichteverhältnisse, die von oben nach unten mit zunehmender Zufuhr von Wärmeenergie wandern und damit wieder neue gute Voraussetzungen schaffen für weitere Umwandlungsprozesse in den Luftschichten. So wandert diese Entwicklung bald auch in die obere Stratosphäre, wo das Luftgemisch dichter ist. Sobald die oberste Stratosphäre durch den aufgebauten Wärmefluss erreicht ist - und weiterhin Schwerewellen im guten Winkel zum Polarwirbelkern nach oben propagieren - beginnt in der Stratosphäre die plötzliche starke Erwärmung (sudden warming). Geht das bis auf 10 oder sogar 30 hpa in großer Geschwindigkeit hinunter, ergibt sich daraus ein Major Warming mit der Folge, dass in großem Maßstab die vorhandenen Winde in der Stratosphäre auf Ost drehen und den Polarwirbel damit extrem stören oder sogar nahezu auflösen können. Das wirkt dann nach unten bis in die Troposphäre...

Einfacher erklären kann ich es im Moment nicht. Ich hoffe, das Prinzip wurde verstanden.

Meinen Gruß!
(18.01.2026, 11:19)Heinrich schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login....
Also dürfte es so ein, dass das Warming tatsächlich bereits in der Mesospäre läuft und damit der Startschuss für ein Major Warming in der Stratosphäre abgefeuert wurde.
Das wird dann in der Entwicklung nach unten bis in 10 hpa und in 30 hpa noch etwas Zeit fressen. Ich schätze einige Tage bis zu einer Woche.
Dann sollte das Warming dort den Polarwirbel maßgeblich stören und bis in die Troposphäre nach unten wirken. Das wird spannend!

Termin für das Major Warming würde ich nach aktuellem Stand der Entwicklung zwischen dem 05. und 10. Februar fixieren.
...

Grüßt Euch!

Es läuft richtig gut, wie vorhergedacht.

Ganz oben in der obersten Stratosphäre in 01 hpa kommt das Warming ja als erstes (von oben herabwirkend) an. Entsprechend wird der Polarwirbel oben an seiner Spitze auch als erstes attackiert. Nach den heutigen Berechnungen ist das Warming so extrem schnell und stark, dass es den Wirbel sofort in zwei Teile zerreist. Hier für den 04.02.2026 in 01 hpa:

[attachment=50833]

Das ist krass und deutet an, dass wir es mit einem extremen Warming zu tun bekommen. Es sind zwar nur Berechnungen, aber schon anhand dieser Extremberechnungen kann man ablesen, dass dieses Event eine besondere Kategorie sein wird. Ich würde mich nicht wundern, wenn das suden Warming in seiner Intensität und Geschwindigkeit neue Rekordwerte erzielen wird seit Aufzeichnungsbeginn. Wenn das so wird, sind die Auswirkungen in der Troposphäre kaum abzuschätzen. Wir sollten uns auf Turbulenzen einstellen, die wir so bisher noch nicht berechnet hatten, geschweige denn erlebt!

Aber keine Panik, ist nur alles bisher reine Theorie und nichts weiter als ein Szenario. So wie meine Vorausschau vom 12. Januar auch nur eine theoretische Betrachtung war, gepaart mit Wahrscheinlichkeiten. Dass es dann auch so kommt, ist natürlich nur Glück, gepaart mit Zufall, wie immer...

Nun denn, wie auch immer es sich entwichkeln wird, die Berechnung von GFS sieht bereits am 04. Februar 2026 ein Major Warming in 10 hpa! Extrem schnell wäre das nach unten gewandert. So schnell, wie noch nie. Meine Einschätzung war: 5. bis 10. Februar, was praktisch auch schon rekordschnell gewesen wäre...

Hier die Temperaturberechnung für den 04.02.2026 in 10 hpa, was eindeutig alle Kriterien für ein Major Warming erfüllen würde:

[attachment=50834]
Quelle beider Grafiken: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.

Nun heißt es weiter gespannt die Modellwelt analysieren und daraus synoptische Rückschlüsse ziehen. Denn Vorlagen für die Auswirkungen in der Troposphäre durch so eine Extrementwicklung in der Stratosphäre gibt es nicht, wir betreten dann Neuland - wenn es wirklich so kommt. Das wird sich in den Modellsprüngen zeigen, die hin und her hüpfen werden, scheinbar ohne System. Das wird "lustig"...

Meinen Gruß!
Seiten: 1 2 3 4