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Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Druckversion +- Wetterforum Wetter-Runde (https://wetter-runde.de) +-- Forum: Allgemeines (https://wetter-runde.de/forum-1.html) +--- Forum: Der "Polarwirbel" im Fokus (https://wetter-runde.de/forum-21.html) +--- Thema: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 (/thread-6205.html) |
RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Venoum - 07.12.2021 Hallo Heinrich. Vielen Dank für deine Ausführungen. Wenn das Zucken sich noch als ein entscheidender Störimpuls durchsetzen kann, dann wäre das ja noch ein weiterer Hoffnungsschimmer für uns "Nordlichter"
RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Schneefan aus Aflenz - 11.12.2021 Wir merken uns mal den Monatswechsel vor und achten die nächsten Tage mal auf die Modellberechnungen. Das könnte so einige unvorhergesehene Verwirbelungen in der Großwetterlage nach sich ziehen. Man bedenke: nach starkem 5b kommt direkt danach Hochdruck bei uns - und danach sehen die Karten vom 30.11. nun gar nicht aus, oder? Mein Tipp aus einer solchen Entwicklung: Dipol im untersten stratosphärischen Polarwirbel um den 03-05. Dezember![/quote] Grüßt Euch! Der Monatswechsel steht vor der Tür und damit das oben im Zitat angesprochene Beobachtungs-Zeitfenster. Tatsächlich berechnen die Modelle nun ab etwa dem 05. Dezember herum eine Dipolentwicklung in der untersten Stratosphäre. So scheinen sich die Dinge zusammenzufügen, die ich in den diversen Beiträgen angenommen hatte. Der Reihe nach: Der stratosphärische Polarwirbel zeigt sich außerordentlich gut entwickelt, er ist sehr gut vertieft und ist gut ausgedehnt im Umfang. Im Zentrum hat sich viel Kälte angesammelt, die 1-2 Grad unter dem klimatischen Durchschnitt liegt und aktuell damit gegenüber den vielen Jahren zuvor und sogar dem langjährigen Klimamittel eine bemerkenswerte Sonderstellung einnimmt. Es hat sich für mich gelohnt, bestimmte Entwicklungen in der Stratosphäre genauer zu beobachten, wie ich schon schrieb: Heinrich schrieb:...Was ich persönlich inzwischen mehr beobachte, sind die Entwicklung von Druck und Ausmaß des stratosphärischen Polarwirbels in den diversen Höhenschichten. Ein gesunder Polarwirbel wird in dieser aktuellen Jahreszeit sich stetig vertiefen und an Ausdehnung zunehmen. Ist er schwach aufgestellt, dann stagniert er oder nimmt ab in der Drucktiefe. Man kann sich dabei auch an dem klimatischen Mittel orientieren. Hat der Kern des Polarwirbels also eine negative Anomalie (= geringerer Druck als im Mittel der letzten 30 Jahre), dann ist er stärker oder "gesünder" als im Mittelwert. Und das ist eigentlich ein gutes Zeichen für unser Mitteleuropa, denn wir werden dann mit größerer Wahrscheinlichkeit im Hochwinter (also ab etwa Mitte Januar) troposphärisch häufiger nördlich der Frontalzone liegen, also auf der kalten Seite, was man auch mit negativen Temperaturabweichungen übersetzen kann. Bei einem schwachbrüstigen stratosphärischen Polarwirbel werden wir zwar mehr Kaltluftausbrüche nach Süden haben, aber die sind nur temporär und werden bald wieder eingefangen. Im Durchschnitt wird es dann eher zu Guten Morgen! Sieht doch wirklich gut aus inzwischen, diese Woche hatten wir das angekündigte Vb Tief. Das brachte immerhin in weiten Teilen des süd— und ostösterreichischen Flachlandes Schneemengen wie seit Jahrzehnten nicht mehr (in Graz zB fiel Mittwoch/Donnerstag soviel wie seit 28 Jahren nicht mehr). Kommende Woche kommt nun das Hoch und danach kommt Musik im Bereich der 100hPa Da sah es in den letzten Jahren schon viel weniger gut aus für Winterfreunde. Liebe Grüße aus Österreich. RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Heinrich - 13.12.2021 Schneefan aus Aflenz schrieb:Guten Morgen! Grüß Dich Schneefan aus Aflenz! Da hast Du ja eine schon gute Bilanz bisher. Könnte eine gute Vorbereitung sein - oder aber einfach nur Glück gehabt und dann die Lage genießen! Weihnachten steht ja bald an und es ist noch nicht entschieden, ob es für weite Teile weiße Optionen gibt. Wirklich gut sieht es aktuell für die Tiefländer nicht aus, aber es ist ja noch etwas hin. Der Polarwirbel verspricht diesbezüglich auch noch nichts. Mal so, mal so. Wir müssen abwarten. Doch den Blick zum Jahresende/Jahresanfang möchte ich schon heute ans Herz legen, denn da sollte es - nach meiner Winterprognose vom 17.10. - die Chance auf einen Polarwirbelsplit in der unteren Stratosphäre geben können. Hierum geht es: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Heinrich schrieb:...Sobald sich Sibirien und Kanada als Kälteproduzenten hinzugesellen, bringen sich Hochdruckgebiete ins Spiel, vor allem das Russlandhoch mit seinen diversen Facetten. Der Aufbau solcher Hochdrucklagen benötigt allerdings auch Zeit und so könnte man spekulieren, dass vor Januar/Februar für unsere Breiten ein mächtiges Russlandhoch kaum zu erwarten ist. Ganz oben in der Stratosphäre gibt es bei Hochdruck-Störungen (denn diese stören die Westdrift) nach oben gerichtete Schwerewellen, die dann im Zusammenspiel mit der stratosphärischen Chemie (Ozon) dort zu einer Erwärmung führen. Da dieser auslösende Hochdruck bei einer starken La Nina erst im Januar zu erwarten ist, wird man auf ein SSW-Ereignis vermutlich bis Ende Januar warten müssen. Bis dahin sollte sich der stratosphärische Polarwirbel außerordentlich gesund und kräftig darstellen können, also wenig Störungen, bestenfalls aus der Troposphäre in die unterste Stratosphäre getriggert mal eine etwas längere Dipolsituation im November/Dezember oder ein kurzer Polarwirbelsplit zwischen Grönland und Sibirien Anfang Januar. Von oben dürfte da kaum etwas kommen können - wenn es eine starke La Nina geben wird. Das Fett unterlegte meine ich - und bleibe dabei, zum Jahreswechsel könnte sich das anbahnen. Die Modelle rechnen noch nicht bis dahin, aber der stratosphärische Polarwirbel macht bisher genau das, was ich vermutet hatte. Dann sollte es in gut 3 Wochen auch zur ersten echten Störung kommen. Aktueller Hinweisgeber ist das von den Modellen derzeit einheitlich berechnete Aleutenhoch, dass für die nächste Zeit sehr stark und ausdauernd berechnet wird. Von dort gehen in einem ganz guten Winkel auch Schwerewellen vertikal in die Stratosphäre, die geeignet wären den Polarwirbel zu erwärmen, dann später zu einem Displacement zu veranlassen. Käme das Uralhoch noch dazu, dann könnte es auch mehr werden. Für Ende Dezember aber wäre das starke Aleutenhoch prädestiniert, eine Hochbrücke zum Azorenhoch/Britenhoch zu schlagen. Dann würde sich in der untersten Stratosphäre ein Polarwirbelsplit einstellen können. Dieser würde ohne einen SSW von oben alllerdings nur eine Woche etwa bestand haben können. Es würde den Polarwirbel in zwei Teile spalten, einen über Westrussland, einen über Kanada. Beide Wirbel wären etwa gleich stark. Wir lägen eigentlich mehr unter Hochdruck, aber aufgrund der gut konservierten Kaltluft wäre ein Outbreak in unsere Richtung gar nicht so unwahrscheinlich - solange die Teilung anhält. Danach jedoch würde wieder Kanada durch das anhaltende Aleutenhoch viel Kaltluft aus der Arktis und auch aus Sibirien abschöpfen. Bis dann vielleicht ein SSW mitte Januar neue Impulse geben könnte... Also schon mal im Kopf behalten und einen Merkzettel für den Jahreswechsel an den Bildschirm heften. Ab morgen schaue ich dann mal genauer auf das Weihnachtswetter. Meinen Gruß! RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Wettergucker - 13.12.2021 RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Venoum - 14.12.2021 Moin, ich würde eher sagen, dass es sich hierbei um ein eher starkes Minor-Warming handelt, was keine großen Auswirkungen auf den PW haben sollte. das Displacement wird sich, glaube ich, auch nicht nach unten auswirken, da der PW durch das Minor-Warming "etwas" abgeschwächt hat resp. erwärmt hat. Das ist aber nur meine vorsichtige laienhafte Einschätzung dazu und ich überlasse die Interpretation der Karten dann doch lieber den Fachkundigeren wie z.B. Heinrich
RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Heinrich - 14.12.2021 Grüßt Euch! Für ein Major Warming wird es zum Monatsende nicht reichen. Eine rasche Erwärmung gibt es tatsächlich von oben nach unten, allerdings nicht der große Burner. Diese (berechnete) Erwärmung ist das Resultat des kurzen Uralhochs und des berechneten starken Aleutenhochs der nächsten Tage. Immerhin wird die rasche Erwärmung (SSW) bis in die 30 hpa-Ebene herunter gereicht, das ist ein guter Anfang und eine gute Basis für ein eventuell später im Januar folgendes 2. SSW. Aus dem jetzigen SSW wird um den 20. Dezember die 10 hpa-Ebene erwärmt, dann bis zum 28. Dezember auch die 30 hpa-Ebene. Dann ist schluss damit und erst eine neuerliche Erwärmung kann dann mehr ausrichten, das wird dann wohl ab etwa Mitte Januar sein können. Aber das hatte ich ja alles schon im Oktober so vorhergesagt, somit für mich jedenfalls noch keine Überraschung bisher. Zum Jahreswechsel dann auch der vermutete Polarwirbelsplit in der unteren Stratosphäre, der aber eindeutig durch die Troposphäre getriggert sein wird (Hoch Aleuten verbindet sich mit dem Briten-/Grönlandhoch und teilt den Wirbel in zwei Teile). Das geht dann bis 30 hpa hinauf (von unten nach oben) und endet dann auch wieder dort, was bedeutet, es bleibt ein kurzes Event. Nur eine Woche etwa dauert das an, dann findet sich der Polarwirbel wieder zusammen und das kurze Ereignis wird beendet sein. Aus diesem Ereignis heraus können wir in Mitteleuropa allerdings durchaus gute winterliche Wetterphasen abbekommen, vom Schnee bis zum ersten richtigen Kahlfrost ist alles möglich. Leider ist die Wahrscheinlichkeit für eine anschließende wärmere Phase recht hoch, also vom 5. bis 15. Januar etwa. Erst danach wird es richtig spannend, denn dann hat der Polarwirbel seine stärkste Phase (kurz vorm Jahreswechsel) hinter sich und beginnt mehr und mehr zu schwächeln, auch wegen weiterer Wärmeschübe von oben nach unten, die recht wahrscheinlich sind. Dann Ostwind und dann richtig Winter Ende Januar/Anfang Februar? Könnte so kommen... Noch einige Momentaufnahmen aus den heutigen Berechnungen zur visuellen Veranschaulichung des trockenen Textes oben: Heinrich schrieb:...Nö, kein Sturm in Sicht oben in der Stratosphäre. und da ist sie dann auch , die Erwärmung in 10 hpa am 20. Dezember:
SSW 20.12.2021 gfs_t10_nh_f144.png (Größe: 126,47 KB / Downloads: 278)
und etwas später auch weiter unten in 30 hpa am 28. Dezember:
SSW 28.12.2021 gfs_t30_nh_f336.png (Größe: 125,72 KB / Downloads: 279)
Interessant wird es dann zum Jahreswechsel, wenn der Polarwirbelsplit anstehen könnte. Hier berechnet ganz weit in der Zukunft von GFS in 100 hpa, also ganz unten in der Stratosphäre, was ein grobes Spiegelbild unserer Troposphäre darstellt:
PWS 30.12.2021 gfs_z100_nh_f384.png (Größe: 104,55 KB / Downloads: 279)
Und das geht dann rauf bis in 30 hpa, mit (noch?) etwas abgeschwächter Wirbelteilung:
PWS 30.12.2021 gfs_z30_nh_f384.png (Größe: 86,53 KB / Downloads: 278)
Das jedenfalls sind Berechnungen, die uns in Mitteleuropa mehr am Rand von Trögen sehen würde, je weiter im Westen, desto weniger Kaltluft. Aber das sind wirklich nur Momentaufnahmen und da wird sich sicher noch einiges verändern. Entscheidender ist natürlich die Troposphäre und die Verteilung von Hochdruck und Tiefdruck, die ja final die Luftmassen warm oder kalt oder gemäßigt zu uns fächern. Da werden wir dann noch etwas Geduld haben müssen für eine genauere Analyse. Weihnachten noch kurz angesprochen: da ist immer noch nichts entschieden. Die Tendenz geht eher zu Hochdrucklastigkeit aktuell, vielleicht mit einer Luftmassengrenze diagonal über Deutschland von NO bis SW. Da kann man dann auch würfeln, auf welcher Seite man landet am Heiligabend und an den beiden Weihnachtstagen. Also mit gedrückten Daumen in die Modellübersichten gehen und sich überraschen lassen. Ganz frisch aus der Presse ist diese Idee für Heiligabend:
Heiligabend Schneedecke gfs-16-246.png (Größe: 45,2 KB / Downloads: 284)
Die Luftmassengrenze habe ich hinzugemalt. Und auch auf eine mächtig angewachsene Schneedecke auf Grönland kann man schon mal staunend blicken. Dort ist die Massebilanz aktuell schon wieder ziemlich genau im klimatischen Durchschnitt, nachdem sie vor ein paar Wochen unterirdisch schlecht aussah... Meinen Gruß! RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Heinrich - 18.12.2021 Grüßt Euch! Zum Jahreswechsel wird es nun mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Polarwirbelsplit geben, der von unten über Hochdruck bei Grönland in die untere Stratosphäre getriggert sein wird. In der Troposphäre sähe das dann etwa so aus als Anomalie Geopotential am 31.12.2021:
Anomalie Geo 31.12.2021 gfsnh-12-300.png (Größe: 58,7 KB / Downloads: 221)
Die führenden Modelle erkennen dieses Szenario inzwischen mit jeweils etwas anderer Ausprägung. Gemeinsam aber sehen sie in der unteren Stratosphäre einen Wirbel über Sibirien und einen westlich von Grönland. Bei uns wird sich durch diese Konstellation eher Hochdruck entwickeln wollen, jedoch wird genau zu diesem Zeitpunkt Tiefdruck bei uns herrschen, Tiefdruck, der sich von Nord/Nordost zu uns an Weihnachten vorgearbeitet hatte mit kräftigen Luftmassengrenzen und viel Niederschlag, der mit etwas Fortune großteils als Schnee fallen wird. Das Tiefdruckgebiet wird sich über uns festsetzen und langsam auflösen. Danach folgt Hochdruck über weiten Schneeflächen, was die Temperaturen schnell in Bereiche von unter -10 Grad drücken könnte. Der Polarwirbelsplit wird sich jedoch schon nach etwa einer Woche wieder auflösen und wir geraten dann ab etwa dem 5. Januar bis zum 15. Januar in eine deutlich mildere Phase mit westwind-geprägtem Wetter... So könnte sich die Vorhersage für die nächsten 2 Wochen darstellen, wenn es weiterhin so abläuft, wie ich es in meiner vorlauten Prognose vom 17. Oktober für diesen Winter hier niedergeschrieben hatte. Die weiße Weihnacht käme dann vielleicht sogar als Geschenk hinzu. Manche/r wird diesbezüglich wohl überrascht werden, ich auch! Demnächst wieder Karten dazu. Meinen Gruß! RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Heinrich - 19.12.2021 Grüßt Euch am 4. Advent! Der stratosphärische Polarwirbel ruft und ich folge dem Ruf! Heute hat GFS eine Berechnung für die oberste Etage hingelegt, die dort eine rasche Erwärmung (SSW) zeigt, die es in sich haben soll. Das soll zum Jahreswechsel stattfinden und soll sich bis zum 4. Januar schon bis in die 10 hpa herunter entwickeln. Natürlich ist das sehr forsch berechnet und sicher wird es dazu diverse Korrekturen geben in den nächsten Tagen. Schon jetzt nimmt die Schwankungsbreite der Rechenergebnisse erheblich zu, was die Stratosphäre angeht. Das wird sich fortsetzen und wäre auch ganz normal, weil kleine Veränderungen in den IST-Daten größere Veränderungen in den Folgetagen bewirken und noch größere in der erweiterten Mittelfrist etc. So nenne ich gleich mal die auffälligsten Neuberechnungen: zunächst sehr, sehr ambitioniert die Berechnung von GFS für den Zonalwind in 10 hpa. Da soll es über Weihnachten ganz, ganz plötzlich vom strammen Westwind auf Ostwind drehen. Seht selbst:
Zonalwind Ost u_65N_10hpa.png (Größe: 107,31 KB / Downloads: 178)
(negative Winde sind Ostwinde) Das nehmen wir mal als Wink mit dem Zaunpfahl, denn eine solche Berechnung bedeutet mindestens, dass sich da oben etwas tut, was eine rasche Erwärmung angeht. Wir hatten das Thema ja schon vor ein paar Tagen angesprochen und wenn Ihr Euch erinnert, habe ich als meine persönliche Einschätzung aus dem schon laufenden SSW ein Major-Warming zum Jahreswechsel ausgeschlossen, sondern behauptet, das wäre erst ab Mitte / Ende Januar in diesem Winter möglich. Nun, ich könnte falsch liegen. Oder auch nicht. Wir schauen mal in die Berechnungen der obersten Etage der Stratosphäre und suchen die Erwärmung aus dem SSW. Und da finden wir die Berechnung für den 2. Januar 22 mit dieser sehr starken Erwärmung in 01 hpa:
SSW 02.01.2022 gfs_t01_nh_f336.png (Größe: 124,37 KB / Downloads: 177)
Das erachte ich als durchaus realistisch, denn wir haben über das Aleuten-Hochdruckgebiet in den nächsten Tagen gut geeignete Schwerewellen, die vertikal in die Stratosphäre gerichtet sind mit einem guten Winkel, um in der obersten Stratosphäre die Ozon-Moleküle anzuregen, also eine rasche Erwärmung auszulösen. Das dürften die Ergebnisse dieser vertikalen Schwerewellen oben in 01 hpa sein. Das wirkt dann allmählich auch in die darunter gelegenen Schichten, so dass auch die 10 hpa-Ebene kurz danach erreicht werden sollte (Verzug 2-5 Tage). Jetzt stellt sich dann nur die Frage (wenn die Berechnungen stimmen), ob wir es mit einem Minor oder Major Warming zu tun bekommen. Und da sage ich ja, es wird vor Mitte/Ende Januar kein Major Warming geben können. Bei dieser Auffassung bleibe ich auch, denn das Aleutenhoch allein sollte nach meiner Einschätzung nicht ausreichen, um eine Erwärmung mit Major-Warming-Ergebnis zu erzielen. Es wird mindestens eine weitere Quelle vertikaler Schwerewellen benötigen, vorzugsweise jene, die aus einem Uralhoch resultieren würden. Doch so ein Hochdruck Ural ist bis zum Jahreswechsel absolut nicht erkennbar und auch höchst unwahrscheinlich. Erst um den 5. Januar herum wäre eine stärkere Hochdruckbildung am Ural denkbar, was dann die benötigten vertikalen Schwerewellen in einem bestmöglichen Winkel in die Stratosphäre lenken könnte. Dann erwärmen sich die Schichten oben und bis in die Mitte der Stratosphäre wieder rasch und könnten frühestens 10 Tage nach dem Hochdruck Ural ein Major-Event einleiten. Deshalb bleibe ich dabei, vor dem 15. Januar geht da nix mit einem Major Warming. Nun, wir nehmen erst einmal das, was schon einmal berechnet wurde von GFS und schauen uns an, was aus dem heute aus dem Hut gezauberten starken Warming denn berechnet werden soll. Und da sehen wir, dass der stratosphärische Polarwirbel von ganz oben beginnend sehr rasch stark verschoben werden soll. Wir nennen das ein Desplacement des Polarwirbels, also eine starke Verschiebung auf eine Seite der Nordhalbkugel. Das sieht dann exemplarisch für den 4. Januar nach GFS in 01 hpa so aus:
Displacement 04.01.2022 gfs_z01_nh_f384.png (Größe: 100,56 KB / Downloads: 179)
Und in 10 hpa soll es am 04.01.2022 auch schon so aussehen:
Displacement 04.01.2022gfs_z10_nh_f384.png (Größe: 97,46 KB / Downloads: 182)
Weiter unten sollte man dann ja auch die Bewegungen und die Auslöser dazu erkennen können. Folglich findet sich auch schon in 30 hpa dann die erwähnte rasche Erwärmung und auch schon die Verschiebung des Polarwirbels (hier am 03.01.2022):
Displacement 03.01.2022 npst30.png (Größe: 134 KB / Downloads: 181)
Insofern sind die Berechnungen von GFS stimmig, weil logisch nachvollziehbar, wenn auch sehr, sehr forsch in der Geschwindigkeit. Einzig die Zonalwindumkehr in 10 hpa über Weihnachten scheint hier deutlich aus der Reihe zu tanzen, denn diese Entwicklung erscheint nicht logisch, weil nicht begründbar (durch mich nicht, andere könnten das sicher). So viel zu den heutigen Berechnungen. Meine Einschätzung bleibt aber dabei, wie ich es hier im Forum schon vor langer Zeit beschrieben hatte (kein Major Warming vor Mitte/Ende Januar, wenn Major Warming, dann daraus ein Desplacement und kein Polarwirbelsplit, und zum Jahreswechsel die Möglichkeit eines kurzen stratosphärischen Polarwirbelsplits in der unteren Stratosphäre, der aus der Troposphäre über ein Grönlandhoch getriggert - also angestoßen - wird). Mal abwarten, wie es weiter geht. Sollte ich mit meiner Einschätzung falsch liegen und wir bekommen viel früher andauerndes Winterwetter, dann soll mir das recht sein. Lieber frühes Winterwetter vom Feinsten als eine gelungene Prognose, die erst viel später echtes Winterwetter sehen wollte... Meinen Gruß! RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - Graf Dracu - 19.12.2021 Danke Heinrich, Schön das du uns auf dem laufenden hältst über den Polarwirbel. Nur in einer Sache muss ich dir leider wieder sprechen und das ist mit andauerndes Winterwetter. ES MUSS NÖRDLICH DER Mittelgebirge überhaupt erstmal Winterwetter eintreffen. Hier in Hannover bisher außer 3 Schneeflocken noch nichts gewesen. Sorry für den(OT). RE: Diskussionen rund um den Polarwirbel 2021/22 - nordostlage - 02.01.2022 Wäre schön wenn jemand ein Update machen könnte,sieht ja alles ziemlich eingefahren aus....! |