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Kurzfrist: Randtiefs - Robbi - 15.11.2019 Hi, am Ostrand eines Trogs Westeuropa...
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... verläuft der Jetstream ein paar Tage lang direkt über Deutschland und lenkt deshalb immer wieder kleine Tiefdruckgebiete über die Alpen hinweg nordwärts.
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Zwar nimmt uns der Alpensüdrand den Großteil des Niederschlags weg, aber ein paar veritable Tiefs nehmen noch genug Feuchtigkeit mit auf die Nordseite:
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Während Westeuropa seit Tagen halbwegs frühwinterliches Wetter erlebt, war es in Osteuropa teils noch spätsommerlich: Diese Luftmassengrenze wandert nun langsam westwärts. Aber wie das in Zeiten schwacher Sonne so ist... die Wärme setzt sich zuerst in der Höhe durch. Beispielsweise hier bei +42h:Bodennah meist relativ kalt: Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. In 850hpa meist schon Warmluft:
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Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Ergebnis: Auf der schwachwindigen Westseite der Tiefs gibt es eine ausgeprägte Isothermie mit Aufgleit-Niederschlägen bei recht niedriger Schneefallgrenze. Denn einerseits ziehen die Tiefs von Süd nach Nord, andererseits herrscht auf der Westseite der Tiefs Nordwind, also von Nord nach Süd. Wo die Tiefs entlang ziehen, steht nicht genau fest, irgendwo über Deutschland jedenfalls. Ein Tief zieht schon in den nächsten Stunden durch die Mitte Deutschlands. Also zur Info: Hellblau bedeutet Schneefallgrenze 600-800m, Lila 300-400m:
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Da reichen dann 0 bis -1°C in 850hpa für ne tiefe Schneefallgrenze, weil unter 0°C.
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Und so kann es in den nächsten Tagen überall zu Überraschungen kommen. Wobei die Schneefallgrenze Richtung Osten dann doch höher ist als im Westen oder sogar Südwesten. Da muss man wohl neuerdings wohnen, wenn man es kalt haben will.
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Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. LG RE: Kurzfrist: Randtiefs - Frosty Sam - 15.11.2019 Thx Robbi, für die schöne und ausführliche Threaderöffnung! Sollten in Osttirol und Westkärnten aber nochmals 300 Liter fallen bis Mitte nächster Woche, dann sind dort Überflutungen größeren Ausmaßes wohl kaum zu vermeiden:
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Oben (über 1200 bis 1500 Meter wohl) aber dafür - schon massenhaft Schnee für November! Am Nassfeldpass jedenfalls hat's schon wieder ordentlich zu schneien begonnen - der nächste Schub ist also schon eingetroffen - 2 weitere folgen dann noch bis mitte nächster Woche: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.
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lg RE: Kurzfrist: Randtiefs - NexusUltimus - 16.11.2019 300l UFF das ist hier ja beinahe der Jahresniederschlag im Harzer Regenschatten. Solche Regenmassen sind doch einfach Wahnsinn!! Kann ich mir einfach nicht vorstellen, wie das ist, wenn das alles in nur einer Woche runtrkommen soll. EInfach heftig RE: Kurzfrist: Randtiefs - Frosty Sam - 16.11.2019 (16.11.2019, 00:30)NexusUltimus schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.300l UFF das ist hier ja beinahe der Jahresniederschlag im Harzer Regenschatten. Solche Regenmassen sind doch einfach Wahnsinn!! Kann ich mir einfach nicht vorstellen, wie das ist, wenn das alles in nur einer Woche runtrkommen soll. EInfach heftig Ja Nexus - für die Osttiroler Berge wird das ein November-Schneeereignis, wie sie es schon sicher ganz lange nicht mehr hatten! Dort liegen jetzt schon um oder über 1 Meter Schnee - und das ist die Niederschlagsprognose für die nächsten Tage:
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Das würde um/über einen Meter allein für So./Mo. bedeuten - bei den Temps eigentlich sogar recht weit runter - bis in Tallage des Ortes Lienz. Am Mittwoch würd dann nochmals bis zu einem halben Meter dazukommen. Rechnet man also selbst die Setzung dazu, dann sollten nach Mittte der nächsten Woche in Osttirol über 1000 Meter schon um/mehr als 2 Meter liegen. Zum Glück geht aus der heutigen Karte keine allzu starke Milderung hervor, sodaß es wohl nicht unbedingt auch unten zu größeren Überflutungen kommen wird - nur ein wenig milder aber (sodaß die SFG auf etwa 1000 Meter steigen würd am Sonntag), und schon müssten auch in diese Richtung hin die Ohren ordentlichst gespitzt werden! Hier ein paar Eindrücke vom herrlichen Bergdorf St.Veit im Defreggental, welches auf knapp 1.500 Meter gelegen ist: ... und da noch der Link zur Webcam: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Mann kann also konstatieren - die Skisaison für die österreichische Alpensüdseite ist mit recht großer Sicherheit alleinig schon durch den November auf hohem Niveau gesichtert. Den Winter- sportfreunden (und noch mehr den Tourismusmanagern) wird das wohl ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern. Denn wie schon erwähnt - letztes Jahr hatte man selbst zu den Weihnachtsferien dort mancherorts noch massive Schneeprobleme (im Sinne von "mangel an")! Hier ein kurzer Rückblick zum November des letzten Jahres - der also völlig konträr verlief zum heurigen (speziell eben für die Alpensüdseite):
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lg RE: Kurzfrist: Randtiefs - wedder_man - 16.11.2019 Ich hab nen Kollegen aus Lienz, den werd ich nächste Woche mal interviewen... RE: Kurzfrist: Randtiefs - Robbi - 16.11.2019 Grund für die massiven Schneefälle an der Alpensüdseite am Sonntag ist das intensivste der genannten Randtiefs. Mittlerweile wird die Zugbahn halbwegs sicher beurteilt, naja halbwegs, kleiner Unterschied große Wirkung. Fest steht jedenfalls, dass es Sonntag und Montag vom Golf von Genua... nicht nach Ost-Österreich und Polen zieht, sondern über die Mitte Deutschlands zur Nordsee:
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Besonders der Sonntag und die Nacht auf Montag sind Isothermie-anfällig.
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Montag holt es nochmal Feuchtigkeit von der Nordsee in den Nordwesten Deutschlands herum, das allerdings ohne Isothermie, mit Höhenkaltluft:
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Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Kleine Unterschiede gibt es insbesondere in der Nacht auf Sonntag. Je nach Zugbahn macht das z.B. im Sauerland den Unterschied zwischen Regen und 10cm Neuschnee (die noch intensiveren Modelle erwähne ich mal lieber nicht). Die Eifel ist recht sicher dabei, auch wenn GFS 6z Hauptlauf das anders sieht: Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Oder wie der DWD schreibt... DWD schrieb:In der Nacht zum Montag meist stark bewölkt und Regen, oberhalb von etwa 400 m Übergang der Niederschläge in Schnee. Noch Unsicherheiten bzgl. Der Höhe der Schneefallgrenze; im Eifelumfeld und im Bergischen ist auch ein Absinken der Schneefallgrenze in tiefere Lagen nicht ausgeschlossen. Quelle Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Ist jetzt nur beispielhaft, gilt allgemein für die Mitte Deutschlands (von Süd nach Nord gesehen). RE: Kurzfrist: Randtiefs - Snow Südschwarzwald 440 m - 16.11.2019 Hi Robbi Danke für die interssanten Beiträge. ![]() Ich bin sehr gespannt, ob es hier auf 440 m das erste Mal schneien wird. Und wieviel Neuschnee es in den Hochlagen geben wird. Ich tippe am ehesten auf 10-15 cm in den besten Lagen. Ganz evtl. auch 20 cm - aber eher unwahrscheinlich. Da die allermeisten Loipenspurer erst ab 40, meist sogar erst ab 50 cm Gesamtschneehöhe (bei Pulver oder Pappschnee) spuren, wird es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit (ich sage mal 99%) bis 24.11. und evtl. noch länger noch keinerlei gespurten Loipen hier im Schwarzwald geben. Aktuell hat es auf 1350 m Höhe am Nordhang 15 cm Schnee. Da ich gerade 2 Wochen Urlaub habe, bin ich whsl. von Montag bis Mittwoch in den Südalpen unterwegs. ![]() Grüße ![]() Snow (16.11.2019, 11:08)Robbi schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Grund für die massiven Schneefälle RE: Kurzfrist: Randtiefs - Leon K. - 16.11.2019 Hi, hier im Weserbergland wird das wohl erstmal nix, am ehesten im Hochsolling. Die Niederschläge werden derweil immer westlicher berechnet, das dürfte hier auf 330 m wohl allerhöchstens einige wenige nasse Flocken bringen. Die Eifel hingegen dürfte gut was abbekommen. Grüße Leon RE: Kurzfrist: Randtiefs - Frosty Sam - 17.11.2019 Heute geht's also richtig los mit der großen Schütte im Süden Österreichs! Schaut man sich die 2m-Temps dazu an, für das relativ niedrig gelegene LIENZ (673m), so könnte man annehmen, die SFG sei ganz weit unten:
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Schaut man sich aber weiters die dazugehörenden 850-hpa's an (also auf ca. 1500 Meter), dann sieht man, daß es dort oben beträchtlich milder ist:
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Es wird also wahrscheinlich so werden, daß der Großteil des Niederschlags bis auf 1500 Meter (oder sogar noch höher) in Form von Regen fallen wird! Mit DER nassen Vorgeschichte dort und dem vielen Schnee der schon bis weit runter liegt - z.T. beträchtlich über einen Meter ....
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(Oberkatschberg war am Samstag nicht erreichbar! Bildquelle: Holitzky Roland - thx dafür) ... so sind Überflutungen wohl kaum zu vermeiden. Dies betrifft wohl in erster Linie die Niederungen Osttirols sowie große Teile Kärntens! Auch unzählige Nassschneelawinen sind zu befürchten - die ersten sind schon abgegangen:
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Hier sieht man bereits, wie der Faaker-See über seine Ufer tritt....
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und hier bereitet man sich in Lavamünd auf das bevorstehende Hochwasser vor:
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Die Flüsse "Gurk", "Tiebel" und "Glan" sowie deren Zubringerbäche sind allesamt bedroht, überzulaufen! Schaut also nicht gut aus - was sich da unten zusammenbraut, würd ich mal vorsichtig zusammengefaßt so konstatieren! lg RE: Kurzfrist: Randtiefs - Regensburg91 - 17.11.2019 Also aktuell noch Schneefall in Lienz bei 0,4°C ![]() Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login. Auch Dellach im Drautal und Kötschach-Mauthen melden noch Schneefall bei 0,8°C bzw. 0,4°C Villach dagegen in der Warmluft mit Regen bei 11,3°C... |