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ich habe erfahren, dass es in Andermatt (1.444 m, Kanton URI) in der Schweiz hohe gut 1.960 mm langjährigen Jahres-Niederschlag gibt.
Da es ja doch schon halbwegs inneralpin liegt, finde ich das erstaunlich viel !
Ich verstehe nicht ganz, warum es so derart viel ist....könnt ihr es euch evtl. erklären ? Irritieren tut mich dabei vor allem auch, dass es im nahen Reusstal etwas unterhalb, neben Andermatt ja recht oft Föhn gibt.

Und das bedeutet ja eher wenig Niederschlag.
Interessant wäre auch, wieviel Jahresniederschlag es auf dem Guetsch auf knapp 2.300 m Höhe oben gibt.
Zudem soll die mittlere(!) maximale Schneedecke im Dorf Andermatt pro Jahr bei knapp 200 cm liegen !
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Was ich dagegen sehr gut verstehe, sind die sehr kalten Temperaturen in windstillen Strahlungsnächten, da es wie eine Art dreiecksförmiger, weitläufiger Talkessel ist, bei dem der "Durchgang" zur Schöllenenschlucht/ oberes Reusstal ausgesprochen eng ist.
Und andere "Ausgänge" für die schwere Kaltluft gibt es nicht.
Ich habe dort im Februar vor einigen Jahren mal -24° beim Ski-LL erlebt.

Grüße

Snow
Nordwestlich von Andermatt stehen ein paar 3300er und 3400er herum während die Berge im Süden i.d.R. knapp unter 3000m sind. Schützt einerseits gegen Atlantik, aber heraufziehende Feuchtigkeit aus dem Golf von Genua dürfte sich stauen.
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Andermatt liegt ja am Alpenhauptkamm, knapp nördlich des Gotthardpasses. Möglich (aber reine Spekulation), dass die Lage ausreicht, um bei Staulagen aus verschiedenen Richtungen was abzubekommen: Nord/Nordwest sowieso, aber vielleicht reicht es auch bei Südstau mal ein paar km über den Kamm...
Ich denke auch dass die spezielle Lage Andermatts "mitten" in den Alpen Niederschlag von fast allen Seiten zulässt. Von Süden ist der Gotthardpass die Öffnung, von Südwesten (im geringen Maße) der Furkapass, von Osten der Oberalppass und von Norden das Reusstal.
Nur von Westen stehen die 3000er rund um den Dammastock wirklich im Weg.
Andermatt könnte vielleicht bei jeder Anströmung weniger abbekommen als richtige Staulagen, aber dafür eben aus fast jeder Richtung ein bisschen was.
Wäre jetzt meine laienhafte Vermutung
Wenn man etwas mehr Zeit aufwenden möchte, könnte ja man mal die größten Niederschlagsereignisse der letzten Jahrzehnte von Andermatt suchen und mit den jeweiligen Wetterlagen vergleichen. Wär bestimmt interessant bei welchen Wetterlagen es dort besonders viel Niederschlag gibt.
Grüße

Hi Robbi
(08.12.2025, 00:24)Robbi schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Nordwestlich von Andermatt stehen ein paar 3300er und 3400er herum während die Berge im Süden i.d.R. knapp unter 3000m sind. Schützt einerseits gegen Atlantik,
Ja, der Schutz vorm "Atlantik" dürfte eigentlich sehr gut sein.
Erstaunlich ist dabei einzig, dass ein paar kleinere Laubäume, die auf freier Wiese zwischen Andermatt und der leichten Geländestufe kurz vor Richtung Hospental locker stehen, in Richtung Norden/ Nordosten gebogen gewachsen sind.
In dem Bereich ist das flache "Talgrund-Dreieck" enger.
@Mike: Das mit den gebogenen Bäumen sieht ähnlich aus wie bei deinen Fotos von dem einen Tal bei dir in der Umgebung von vor einiger Zeit
Zitat:aber heraufziehende Feuchtigkeit aus dem Golf von Genua dürfte sich stauen.
Ok, es könnte dann sein, dass Genuatiefs dort extrem viel NS bringen.
Grüße

Snow
Hi BayRidge
(08.12.2025, 09:57)BayRidge schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Andermatt liegt ja am Alpenhauptkamm, knapp nördlich des Gotthardpasses.
Jap, und nahe des Furkapasses, auf dessen anderer Seite das oberste Rhonetal/ Gomstal bei Ulrichen/Oberwald ist.
Zitat:Möglich (aber reine Spekulation), dass die Lage ausreicht, um bei Staulagen aus verschiedenen Richtungen was abzubekommen: Nord/Nordwest sowieso, aber vielleicht reicht es auch bei Südstau mal ein paar km über den Kamm...
Deine Theorie klingt recht gut.
Grüße

Snow
Ich würde auch nicht den Sommer vergessen, ich könnte mir häufig zwischen den Bergen hängende Gewitter gut dort vorstellen. Im Winter sind die ja auch deutlich näher an den Staulagen bei Nordwestlagen dran (im Grunde eine Bergkette mit einzelnen Gipfeln über 3000m), während es zwischen Domodossola und Lugano oft stark von Süden staut. Da dürfte es häufig auch etwas bis dahin schaffen (irgendwie ja der perfekte Winterort muss ich sagen).
Hi Mike
(08.12.2025, 19:14)Mike97 schrieb: Link ist nur fuer registrierte User sichtbar. registrieren oder login.Ich würde auch nicht den Sommer vergessen, ich könnte mir häufig zwischen den Bergen hängende Gewitter gut dort vorstellen.
Ja, inzwischen habe ich heraus bekommen, dass der nasseste Monat dort runde 240 mm (im Mittel) bringt ! Und dass es ein deutliches Sommermaximum gibt.
Zitat:Im Winter sind die ja auch deutlich näher an den Staulagen bei Nordwestlagen dran (im Grunde eine Bergkette mit einzelnen Gipfeln über 3000m), während es zwischen Domodossola und Lugano oft stark von Süden staut. Da dürfte es häufig auch etwas bis dahin schaffen
Das klingt sehr gut.
Zitat:(irgendwie ja der perfekte Winterort muss ich sagen).
Grüße

Snow